Neujahrsempfang 2010

Vorstand und Geschäftsführung empfingen am 04. Februar 2010 über 200 Gäste in den Clubräumen, Saalgasse 30. Nach einer Begrüßung durch den Präsidenten Werner D'Inka trat Ehrengast Dr. Erich Follath, diplomatischer Korrespondent des Spiegel auf.

Die Gäste lauschten seinem Vortrag zur Weltlage mit großem Interesse. Follath ersparte Ihnen die Zusammenfassung einer düsteren Weltlage nicht. 5 Mega-Trends, die sich seiner Meinung nach im nächsten Jahr bewahrheiten, zeigte der Korrespondent, den der Spiegel seit Jahren um die Welt schickt, auf. Follath bezog sich bei seiner Einschätzung nicht nur auf die Nachrichtenlage, sondern vor allem auf seine eigenen Erfahrungen, die er in den letzten Jahrzehnten auf seinen Reisen durch die Krisenregionen der Welt sammelte. Diktatoren und Außenminister waren ebenso seine Gesprächpartner, wie Oppositionspolitiker.

Mega-Trend Nummer eins: Die Volksrepublik China sei der Gewinner der weltweiten Wirtschaftskrise, doch demokratischer wird sie nicht - im Gegenteil. Die Idee, ökonomischer Aufschwung fördere die Demokratie, sei ein liebgewordener Gedanke, von dem wir uns verabschieden müssten. Auch die indische Wirtschaft wachse, wenn auch weniger schnell als die Chinas.

Mega-Trend Nummer zwei: Im Nahen Osten gäbe es zwischen Israel und Palästina "keinen Zentimeter Fortschritt", aber eine Annäherung von Israel an Syrien finde statt.

Nummer drei: In Afghanistan verschlechtere sich die Situation in diesem Jahr noch - trotz einer neuen Nato-Strategie und trotz aller zusätzlichen Soldaten und Ausbilder.

Nummer vier: Das Atomprogramm Irans werde zum zentralen außenpolitishen Thema. Westliche Hoffnungen, die grüne Revolution werde Ahmadinedschad stürzen werde sich nicht erfüllen.

Nummer fünf: Die beiden größten afrikanischen Staaten: Sudan und Nigeria würden noch tiefer im Chaos versinken. Blieb als Lichtblick die Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika werde trotzt aller vorangegangenen Probleme mit der Infrastruktur und der Sicherheit im Lande eine wunderbare Weltmeisterschaft.

Dr. Erich Follath

Diplomatischer Korrespondent, SPIEGEL

 

Der 1949 in Esslingen geborene Journalist promovierte als Politologe über die Ausrichtung der Massenmedien in China, Indien und Russland. Nach seinem Besuch der Deutschen Journalistenschule München arbeitet Follath beim Stern als Korrespondent in Hongkong und New York. 1994 wechselte er zum SPIEGEL zuerst als Auslandsressortleiter, nach 1997 als Autor und seit 2007 als Diplomatischer Korrespondent.

Follaths Spezialgebiet ist der Nahe Osten. Syriens Präsident Assad, Israels Premier Netanjahu der iranische Präsidenten Ahmadineschad, den er weltweit als einziger westlicher Journalist interviewte, Mussawi und der kürzlich verstorbenen Großajatollah Montaseri waren ebenso seine Gesprächpartner wie die chinesischen und amerikanischen Außenminister, zuletzt Hillary Clinton, die indischen und pakistanischen Ministerpräsidenten von Indira Gandhi bis Musharraf, sowie der Chef der Atomkontrolleure und Friedensnobelpreisträger ElBaradei.

Als schlimmstes berufliches Erlebnis bezeichnet er 17 Tage Gefängnis als „Spion“ im Zaire des Diktators Mobutu 1977 und seine Verurteilung zum Tod. Er wird begnadigt und kehrt viele Jahre später als Journalist nach Kinshasa zurück um dort mit Mobutu ein Interview zu führen.

Als schönstes berufliches Erlebnis nennt er zwei Siege in langen Schachpartien gegen Israels Premier Menachem Begin, der wegen seiner Familiengeschichte mit deutschen Journalisten prinzipiell kein Wort wechselte. Im Flieger von Tel Aviv nach Camp David machte er dann eine Ausnahme.

Erich Follath ist Autor von Sachbüchern wie: „Das Auge Davids“ (über Israels Geheimdienst), „Mythos Shanghai“ (über China), „Das Vermächtnis des Dalai Lama“. Im März erscheint ein gemeinsam mit Henryk Broder verfasstes Debattenbuch über deutsche Israel-Kritik und Antisemitismus mit dem Titel: „Gebt den Juden Schleswig-Holstein“.

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Gast:

Dr. Erich Follath

Diplomatischer Korrespondent, SPIEGEL

 


Vortrag von Dr. Follath in Gesamtlänge


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Begrüßung

Werner D´Inka (FPC-Präsident)


Ansprechpartnerin:
Monica Weber-Nau,
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