Journalistischer Erfolg in Nischen – Platow-Brief und Table.Media

15 MÄRZ 2022 | 19.30 UHR | IN PRÄSENZ IM FRANKFURTER PRESSECLUB UND ONLINE BEI ZOOM

ZU GAST
Sebastian Turner (Herausgeber Table.Media)
Albrecht F. Schirmacher (Herausgeber und Geschäftsführer der PLATOW Verlag GmbH)

MODERATION
Carsten Knop (Vizepräsident des FPC)

Der Markt für Spezialdienste

Platow-Brief und Table.Media zu Gast beim FPC

Hochwertige journalistische Information kann auf dem Markt auch einen recht hohen Preis erzielen. Zwei Beispiele für dieses Modell hat der FPC auf einem Clubabend vorgestellt: Der von Albrecht Schirmacher herausgegebene Platow-Brief und die von Sebastian Turner unter dem Namen Table.Media herausgegebenen Newsletter. Der Platow-Brief, der in diesem Jahr sein fünfundsiebzigjähriges Bestehen begeht, versorgt eine sehr kleine spitze Zielgruppe mit Wirtschafts- und Börsenanalysen. Die Artikel sind komplexer und tiefergehend als das von Tageszeitungen geleistet werden kann. Laut Schirrmacher verfügen seine Redakteure über ein Spezialwissen, das vergleichbar demjenigen von Bankern ist. Ein Jahresabo des Newsletters kostet um die 700 €. Preislich deutlich höher liegt der China-Newsletter von Table.Media mit 2400 € im Jahr. Sebastian Turner meinte, im Tagesjournalismus gehe die „Domänenkompetenz“ immer mehr verloren. Dies führe auch zu Leserverlusten. Bei einer kleinen Gruppe von Fachleuten bestehe allerdings die Nachfrage nach sehr spezialisiertem Wissen. Unter den Profis habe sich schnell herumgesprochen, wie nützlich die vertieften Kenntnisse des China-Newsletters seien. Qualifikation und das Wissen seiner Redakteure entsprächen ungefähr dem Know-How derjenigen, die sich beruflich ununterbrochen mit dieser Materie befassten. Moderator Carsten Knop wertete es als ein Zeichen für die Entwicklung dieser hochspezialisierten Produkte, dass Springer mit einem sehr hohen Investitionsbetrag bei dem amerikanischen Nachrichtendienst Politico eingestiegen ist. Turner zeigte keine Sorge wegen wachsender Konkurrenz auf diesem Markt, allein in Washington gebe es fünf vergleichbare Anbieter. Da gebe es auf dem deutschen Markt auch noch Platz für weitere Mitbewerber. Schirmacher erläuterte noch Zielgruppen und Vertriebswege seiner Produkte. So gebe es für den Semi-Profi, der auf eigene Rechnung an der Börse aktiv sei, durchaus eine preisliche Obergrenze. Anders stelle sich das für große Verbände und Unternehmen dar, die für einzelne Abteilungen dieses Spezialwissen benötigten. Mit diesen würde dann über Lizenzen verhandelt, damit sie den Platow-Brief im eigenen Unternehmen verbreiten könnten. Die Zahl der Abonnenten bewegt sich nach Angaben von Schirmacher im oberen vierstelligen Bereich. Mit 8000 gab Turner die Zahl der Abonnenten des China-Newsletters an. Dies reiche aus, um in der Szene den „Must-Have-Effekt“ zu verbreiten. Allerdings werbe er mit einzelnen Aktionen auch immer wieder um neue Leser, wie zum Beispiel das Anbieten eines ganzen Artikels für andere Medien. Außer dem Thema China bietet Table.Media derzeit noch Newsletter über Bildung und Europa an. Weitere Themen sind nach Angaben von Turner in Arbeit. Der Abend im Hybrid-Format hat für die Teilnehmer wenig bekannte Aspekte eines ganz anderen Journalismus beleuchtet.

In Kooperation mit

Sebastian Turner
© Deniz Saylan
Albrecht F. Schirmacher
Carsten Knop
© Barbara Walzer

Aufzeichnung der Veranstaltung auf unserem YouTube-Kanal

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