Rückblick Hate Speech

In Kooperation mit:

Zu Gast

Kristina Faßler
Marketing-Chefin und Sendersprecherin von WELT

Photo © Sebastián Laraia/PRmagazin

Stefanie Michels
Koordinatorin Social Media und Community Management bei der F.A.Z.

Anna-Lena von Hodenberg
Leiterin der Beratungsstelle von HateAid

Photo © Andrea Heinsohn Photography


Moderation

Michaela Schmehl
FPC Vorstandsmitglied
Foto © Barbara Walzer

Das Netz hat etwas Besseres verdient

Clubabend über den Kampf gegen Hate Speech


„Das Netz ist das, was wir daraus machen.“ Mit dieser Aussage hat Kristina Faßler, Sendersprecherin von „Welt“, klar ihren Willen ausgedrückt, den Hass- und Drohszenarien in den Social Media nicht nachzugeben, sondern dagegen vorzugehen. Der gemeinsam mit der Evangelischen Akademie veranstaltete Clubabend hat das Phänomen Hate Speech in den Fokus gerückt. Faßler hat für sich daher auch die Richtlinie aufgestellt, sich nicht durch Angst von Themen abbringen zu lassen. Allerdings überlege sie sich gut, welche Inhalte sie teile und welche persönlichen Kommentare und Bilder sie poste. Als einen Raum wie den wilden Westen beschrieb Anna-Lena von Hodenberg, Geschäftsführerin von Hate Aid, den Zustand des Netzes. Vor allem Frauen seien den häufig sexualisierenden Angriffen unter der Gürtellinie ausgesetzt. Sie möchte vor allem die großen Plattformen in Verantwortung nehmen, um falsche Zitate und andere strafbare Äußerungen aufzuspüren und wieder zu entfernen. An den Strafverfolgungsbehörden kritisierte sie vor allem eine mangelnde Kenntnis der Social Media. Bis heute werde ein Drohbrief oder eine Mail eher geahndet als eine entsprechende Äußerung bei Twitter oder Facebook. Bei den letztgenannten Plattformen gebe es von der Polizeidienststelle oft den Rat, man solle doch sein Konto löschen. Die Hilfsorganisation Hate Aid unterstützt vor allem Journalistinnen mit Beratung und auch mit der Finanzierung von Klagen gegen Hass-Kommentare. Stefanie Michels, bei der FAZ verantwortlich für das Community-Management, wies auf den Unterschied hin, wenn man sich privat oder für eine Institution im Netz bewege. Sie erlebe nur wenige persönliche Reaktionen, da es in den Kommentaren vor allem um die FAZ gehe. Ihr Team bewältigt pro Tag rund 1300 Kommentare, wobei die Kommentarfunktion nicht bei allen Artikeln geöffnet ist. Auf die täglichen rund 40 Facebook-Posts gebe es dagegen etwa 13.000 Antworten, die jedoch nur mit elektronischer Hilfe zu bearbeiten seien. Sie betonte, wie wichtig es für das gesamte Team sei, die Distanz zu aggressiven Kommentaren zu wahren. In dieser Richtung müssten die Kolleginnen und Kollegen mit entsprechenden Workshops immer wieder unterstützt und geschult werden. Sehr hilfreich sei zudem der gute Kontakt zu der Rechtsabteilung des Hauses, mit deren Hilfe Standardreaktionen entwickelt würden. Die drei Teilnehmerinnen des von Michaela Schmehl moderierten Gesprächs waren sich in ihrer grundsätzlichen positiven Haltung zum Netz und den Social Media einig und wollen auch weiterhin gegen Aggression und Drohungen in diesen Medien kämpfen. Wobei von Hodenberg deutlich machte, dass es sich bei den Verbreitern von Hass im Verhältnis zu den Gesamtnutzern um eine kleine aber leider sehr aktive Gruppe handele, die durch die Algorithmen unterstützt werde. Wenig Optimismus zeigten die Gesprächspartnerinnen auf die entsprechende Frage von Michaele Schmehl, dass sich die Situation in den nächsten fünf Jahren grundlegend ändern werde. Aber kämpfen wollen sie in jedem Fall. Das Netz habe ein riesiges positives Potential und verdiene etwas Besseres.


Aufzeichnung der Veranstaltung auf unserem YouTube-Kanal


Mitglied im FPC werden

Newsletter abonnieren

Kein Mitglied im FPC und trotzdem möchten Sie keine unserer Veranstaltungen verpassen? Dann werden Sie jetzt Teil des FPC Netzwerkes! Registrieren Sie sich einfach unter dem angegeben Link.

Jetzt anmelden

Tagungsräume mieten

Tagungsort Broschüre

Soziale Netzwerke

Franz

Kontakt

069 71379609

E-Mail schreiben

Öffnungszeiten

Montag - Freitag: 11.30 - 2.00 Uhr
und Sonntag: 18.00 - 2.00 Uhr
Samstag ist Ruhetag