Rückblick Raumschiff Wohnzimmer

In Kooperation mit dem

Zu Gast

Matthias Eckert
Leiter Medienforschung Hessischer Rundfunk

Rainer Kresken
Flight Dynamics Engeneer ESA/ESO Darmstadt


Moderation

Dirk Wagner
HR-Info Moderator und Raumfahrt-Experte mit eigenem Podcast "WeltraumWagner"

Sehr modern und nicht wiederholbar

Die Mondlandung als Medienereignis


Es war keine epochale Wende, aber ein kleiner Schritt in Richtung Normalität, dass der FPC zusammen mit dem Museum für Kommunikation zu seiner ersten Präsenzveranstaltung seit Beginn der Corona-Krise eingeladen hatte. Im Fokus standen die ersten wackeligen Schritte der Menschheit auf dem Mond als eines der größten Medienereignisse. Rund 600 Millionen Menschen auf der ganzen Welt hatten seinerzeit gebannt live am Fernsehbildschirm das Geschehen im Weltraum verfolgt und weitere 100 Millionen am Radio. Vor allem in den USA und in Europa konnten sich die Sender, über große Zuschauerzahlen freuen, da dort die Ausstattung der Bevölkerung mit Fernsehern schon relativ dicht war. Heute würden allerdings ein solches Weltgeschehen nichtmehr in diesem Maße nahezu ausschließlich als Fernsehereignis stattfinden, sondern auf allen anderen Plattformen ebenso, meinte Matthias Eckert, der Leiter der Medienforschung des Hessischen Rundfunks.

Rainer Kresken, Mitarbeiter des Europäischen Raumfahrt-Zentrums ESOC in Darmstadt berichtete, wie schwierig es in der Vorbereitung war, aus der Operation ein Medienereignis zu machen. Im Vorfeld hätten die Techniker intensiv um die Reduzierung des Gewichtes der Rakete gerungen. Jeder Bleistift habe zur Disposition gestanden. Dabei habe es auch heftige Auseinandersetzungen darüber gegeben, ob denn die Kameras wirklich notwendig seien. Allerdings habe die große politische Bedeutung des Unternehmens beim Wettlauf mit der Sowjetunion dann den entscheidenden Ausschlag gegeben. Von sich selbst berichtete Kresken, wie er als Sechsjähriger die Nacht bis drei Uhr morgens zusammen mit seiner Familie vor dem Bildschirm verbracht und wie letztlich dieses Ereignis seine berufliche Laufbahn als Raumfahrttechniker geprägt habe.

Für das Fernsehen bedeutete die Live-Übertragung seinerzeit eine riesige Herausforderung. Unter anderem war die Bildqualität noch ziemlich schwach, da bei dieser Gelegenheit mit 10 Bildern pro Sekunde gearbeitet wurde, während normal 25 Bilder Standard sind und eine Satelliten-Übertragung über 360.000 Kilometer hatte es vorher auch nicht gegeben. Eckert bescheinigte der Übertragung und der Live-Sendung eine hohe Modernität. So habe es nachgebaute Modelle und direkte Beteiligung der Zuschauer über ein eigens eingerichtetes Telefonzentrum gegeben.

Auch wenn die Bilder der Mondlandung bis heute ikonographisch präsent sind, hat das Interesse an dem Ereignis selbst sehr nachgelassen. Stattdessen seien die erst in den siebziger Jahren aufgekommenen Diskussionen, ob das nicht alles eine Fake-Inszenierung gewesen sei, in den Vordergrund getreten. Dieses Bild spiegelt nach Eckert die Treffer-Quote von Google wieder. Moderator Dirk Wagner, Raumfahrtexperte des Hessischen Rundfunks mit einem eigenen Podcast zu dem Thema, wollte abschließend wissen, ob ein solches Medienereignis wiederholbar sei, etwa bei der Landung auf dem Mars in den nächsten Jahrzehnten. Eckert meinte, auch wenn viele hundert Millionen Menschen das live verfolgten, würde es aufgrund der stark veränderten Medienstruktur vollkommen anders aussehen. Allerdings kämen den öffentlich-rechtlichen Anstalten auch weiterhin die Aufgabe des Erklärens und der Hintergrundinformation zu. Insofern wandte er sich gegen Gedankenspiele, eine künftige Marslandung durch Vermarktung zu finanzieren. Auf eine Zuschauerfrage hin zeigte sich Kresken zuversichtlich, dass bei dem Team für die Marslandung auch Frauen vertreten seien. Es gebe jedenfalls keinen Grund die Raumfahrt nur den Männern zu überlassen. An der Veranstaltung haben in dem großen Saal des Museums für Kommunikation rund 50 Gäste unter den geltenden Hygiene-Vorschriften teilgenommen. Es gab eine große Zufriedenheit, auch einmal wieder an einer Präsenzveranstaltung teilgenommen zu haben.


Aufzeichnung der Veranstaltung auf unserem YouTube-Kanal


Text mü

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