Rückblick Clubabend Nur noch ein Team für Hörfunk und Fernsehen

In Kooperation mit:

Zu Gast

Andrea Schafarczyk
Medienübergreifende hr-Chefredakteurin
Foto © Radio Bremen / Martin von Minden


Moderation

Werner D'Inka
Präsident des FPC
Foto © Barbara Walzer

Das eine tun, das andere nicht lassen

Die medienübergreifende Chefredakteurin des hr zu Gast im FPC


Andrea Schafarczyk, „Medienübergreifende Chefredakteurin des hr“, hat einen schwierigen Spagat vor sich: Auf der einen Seite will sie das lineare Radio und Fernsehen nicht aufgeben, zumal diese zum Teil bemerkenswerte Einschaltquoten hätten, und dieses Publikum auch ein Recht auf entsprechende Angebote habe. Auf der anderen Seite muss sie aber auch ohne einen nennenswerten Ausbau der Ressourcen, die digitalen Kanäle bedienen. „Niemand kann den Nutzern vorschreiben, auf welchen Kanälen sie sich informieren“, sagte sie auf dem Online-Clubabend des FPC. Daher müsse der Sender die Nutzer dort erreichen, wo sie sich medial aufhielten. Das sei nicht nur eine technische Frage, sondern die vorhandenen Inhalte müssten auf die jeweiligen Kanäle und die Zielgruppen in der Tonlage angepasst werden. Es müssten also viele Pflänzlein gegossen werden, von denen aber niemand wisse, wie sie sich entwickelten, ob ein Hype von heute morgen überhaupt noch Relevanz habe. Dies sei recht kompliziert, da es sich teilweise auch um verhältnismäßig kleine Zielgruppen handele, über die man noch wenig Mediendaten vorliegen habe. Derzeit gebe es zudem noch ein starkes Ungleichgewicht bei der Verwendung der Ressourcen auf die verschiedenen Altersgruppen. Für jüngere Zielgruppen würden verhältnismäßig wenig Mittel aufgewandt.

Ihre Aufgabe sieht Schafarczyk sowohl darin, die Redakteure zu coachen, die diversen Ausspielkanäle mit zu denken und mit den entsprechenden Kolleginnen und Kollegen zu kooperieren, als auch verschiedene Reformprojekte zu realisieren wie zum Beispiel das Zusammenlegen der drei Börsenredaktionen der ARD. Bei derartigen Umstrukturierungen versteht sie sich nicht als Chefredakteurin, die im Stillen fertige Pläne ausarbeitet, sondern eher als Moderatorin eines Prozesses, in den die Kolleginnen und Kollegen ihr Know-how einbringen und den sie wesentlich mitgestalten. Ihr sei es wichtig, die Beteiligten mitzunehmen, auch wenn es manchmal für Redaktionen schwer und schmerzhaft sei, bestimmte Felder aufzugeben. Motivierend wirke sich jedoch aus, wenn die Mitarbeiter in der Kooperation mit anderen den Erfolg wahrnähmen, wie die eigenen Geschichten eine größere Verbreitung fänden. Von Moderator Werner D´Inka auf die Auswirkungen der Pandemie auf ihre Arbeit gefragt meinte Schafarczyk, diese habe die kommunikative Aufgabe erheblich erschwert. Bei den Konferenzen und Workshops per Bildschirm ließen sich Zwischentöne und Stimmungen schwieriger erfassen. Es fehle auch der direkte menschliche Kontakt vor oder nach Sitzungen und der gemeinsame Gang in die Kantine. Die Besprechungen erforderten eine wesentlich größere Konzentration und müssten sehr viel genauer konzipiert und nachbereitet werden. Andrea Schafarczyk hat in einem sehr kompakten Gespräch wichtige Einblicke in komplizierte Reformprozesse des Senders gegeben. Zum Schluss sagte sie dem Moderator zu, gerne in einem Jahr wieder in den FPC zu einem weiteren Blick in Maschinenraum zu kommen.


Aufzeichnung der Veranstaltung auf unserem YouTube-Kanal


Text mü

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