Rückblick Clubabend Herausforderung für Gericht und Medien

In Kooperation mit der

Zu Gast

Heike Borufka
Gerichtsreporterin des hr

Dr. Gundula Fehns-Böer
Pressesprecherin und Richterin am Oberlandesgericht Frankfurt

Helmut Schwan
Gerichtsreporter der F.A.Z.


Moderation

Pitt von Bebenburg
Hessischer Landeskorrespondent der FR

Die Redaktionen planen schon für den Prozess im Mordfall Lübcke

Online-Clubabend zu den Herausforderungen für Gericht und Journalisten


„Die Presse geht immer vor.“ Mit diesem Statement hat Gundula Fehns-Böer, Pressesprecherin und Richterin am Oberlandesgericht, auf dem Online-Clubabend des FPC pointiert ausgedrückt, dass die Gerichte die Bedeutung der Kommunikation mit den Medien erkannt haben und sich auch sehr darum bemühen. Die Nachfrage der Journalisten nach schnellen Antworten habe insbesondere auch durch die elektronischen Medien deutlich zugenommen. Moderator Pitt von Bebenburg, Landeskorrespondent der Frankfurter Rundschau, kommentierte die Aussage, diesen Satz würden sich alle Redakteure in Gold rahmen lassen. Nachdem der Generalbundesanwalt Klage gegen die beiden Hauptverdächtigen im Mordfall Walter Lübcke erhoben hat, rückte der FPC diesen im Spätsommer oder Herbst beginnenden Prozess in den Mittelpunkt einer Veranstaltung. Heike Borufka, Gerichtsreporterin vom Hessischen Rundfunk und Helmut Schwan, Gerichtsreporter der Frankfurter Allgemeinen Zeitung berichteten, dass ihre jeweiligen Redaktionen dem Prozess eine hohe Bedeutung beimäßen. Der hr und die ARD überlegten schon jetzt, wie alle Kanäle mit aktuellen Informationen über das Prozessgeschehen bedient werden könnten. Heike Borufka hält die Präsenz bei allen Prozessterminen für unbedingt notwendig, um das Geschehen selbst beurteilen zu können und unabhängig von anderer Berichterstattung zu sein. Helmut Schwan wies daraufhin, dass die FAZ inzwischen auch ein Medienhaus und daher auch online sehr aktiv sei. Voraussichtlich seien auch mehrere Redakteure mit diesem Komplex beschäftigt. Der Lübcke-Prozess habe eine besondere Qualität, da er rund dreißig Jahre der rechtsextremen Karriere des Hauptangeklagten aufarbeiten müsse. Heike Borufka warnte davor, die Justiz mit Anforderungen zu überlasten. Das Gericht müsse den Mordfall klären. Es bleibe dagegen eine gesellschaftliche und politische Aufgabe, die Entwicklung des Rechtsradikalismus und mögliches Versagen von Behörden bei seiner Ahndung aufzuklären.

Auf die Frage eines Zuschauers, ob es Maskenpflicht bei dem Prozesse gebe, erläuterte Gundula Fehns-Böer, dies unterliege der Entscheidung des Vorsitzenden. Schließlich sei die Mimik und Gestik der Beteiligten auch immer ein wichtiger Aspekt bei der Beurteilung von Aussagen. Die Corona-Krise erschwere aber die Organisation des Prozesses deutlich. Denn sowohl dem großen Medieninteresse als auch den Gesundheitsvorschriften über Mindestabstände müsse Rechnung getragen werden. Unter anderem sei die Tonübertragung in einen eigenen Medienraum denkbar, dies lasse der Gesetzgeber auch zu. Pitt von Bebenburg wollte wissen, ob denn Bloggen aus dem Gerichtssaal erlaubt sein werde. Laut Gundula Fehns-Böer ist nach dem Gesetz lediglich die Übertragung von Ton und Bild nach außen verboten. Der Vorsitzende Richter werde zu Beginn des Prozesses eine Sicherheitsverfügung erlassen, in der im Einzelnen geregelt werde, wie ein fairer Prozess zu garantieren sei. Dies sei sowohl für das Gericht als auch für die Berichterstatter eine große Herausforderung, meinte Heike Borufka. Denn auch die Journalisten müssten sich davon frei machen, sie wüssten schon jetzt genau, was damals passiert sei.


Aufzeichnung der Veranstaltung auf unserem YouTube-Kanal


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