Rückblick Buchmesse in Zeiten von Corona

Zu Gast

Juergen Boos
Direktor der Frankfurter Buchmesse

Foto © Jonas Ratermann / Frankfurter Buchmesse)


Moderation

Werner D'Inka
Präsident des FPC

Foto © Barbara Walzer

Wenige Begegnungen und viel Online

Absage der Ausstellungen in den Hallen/ Buchmessedirektor Jürgen Boos zu Gast beim FPC


Die besten Geschäfte macht man auf der Frankfurter Buchmesse, wenn man in der Schlange vor dem Klo steht.“ Mit diesem Bonmot beschrieb der Direktor der Frankfurter Buchmesse Jürgen Boos während eines Online-Clubabends des FPC einen Teilaspekt der Großveranstaltung: die zufällige menschliche Begegnung und die daraus erwachsende Kreativität. Doch genau das wird in diesem Jahr kaum stattfinden, da Boos wenige Stunden vor der Veranstaltung die Ausstellungen der Verlage in den Hallen absagen musste. Grund waren nach seinen Angaben die internationalen Reisebeschränkungen, die vielen Autoren und Verlagen die Anreise unmöglich gemacht haben.

Für den elektronischen Rechtehandel, meinte der Direktor, sei Frankfurt schon sehr robust aufgestellt, da es schon vor drei Jahren eine entsprechende Plattform entwickelt und erprobt habe, die vor allem in Asien gut angenommen worden sei. Lesungen und Begegnungen mit Autoren werden nun sehr eingeschränkt als Präsenzveranstaltungen aber in jedem Fall auch viel als Online-Veranstaltungen stattfinden. Die Aufzeichnungen werden noch bis Mitte nächsten Jahres im Netz verfügbar sein, versprach er. Boos erläuterte, er habe von Beginn der Corona-Krise darum gekämpft, die Veranstaltung durchzuführen, um so dem kulturellen Auftrag der internationalen Vernetzung der Branche nachzukommen. Schließlich sei sie die internationalste der Buchmessen und ursprünglich wären rund 800 Verlage aus über 40 Ländern gekommen.

Von Moderator Werner D´Inka auf Diskussionen über eine Verschmelzung von Buch- und Musikmesse angesprochen verwahrte sich Boss gegen solche Gedankenspiele. Die Buchmesse bleibe die Buchmesse und in jedem Fall eigenständig. Natürlich kümmere sie sich auch im weiteren Sinne um das Erzählen, öffne sich daher in gewissem Maße für andere Kreative und setze sich zum Beispiel auch mit Film und Audio auseinander. Für Blogger brach Boos eine Lanze. Diese seien für die Buchmesse sehr wichtig, allerdings sei jemand, der für drei Leute schreibe, nicht als Blogger zu bezeichnen. Auf künftige Entwicklungen in der Branche angesprochen führte Boos Plattformen in den USA an, die das Lesen aller elektronischen Bücher für neun Dollar im Monat anböten. Dieses Thema beschäftige ihn derzeit sehr. Eine Prognose zur Buchmesse im kommenden Jahr wollte der Direktor nicht abgeben. Er erläuterte, dass normalerweise eine Messe einen Vorlauf von drei Jahren habe, was mit den Kooperationen mit den Gastländern zu tun habe. Denn die verpflichteten sich, die Übersetzungen von wichtigen Teilen ihrer Landesliteratur zu finanzieren. Die Zuschauer des Abends konnten ein sehr dichtes und schnelles Gespräch verfolgen, das an dem Tag einer weitreichenden Entscheidung viele aktuelle Einblicke geboten hat.


Aufzeichnung der Veranstaltung auf unserem YouTube-Kanal


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