Rückblick Clubabend Machtverschiebung – die Berliner Republik

Eine gemeinsame Veranstaltung mit

Zu Gast

Günter Bannas
Journalist und ehemaliger Leiter des Hauptstadtbüros der F.A.Z.

Foto © Privat


Moderation

Arnd Festerling
FPC Vorstandsmitglied

Foto © Barbara Walzer

Basta-Politik ist nicht mehr gefragt

Günter Bannas, langjähriger Hauptstadtkorrespondent über Bonn und Berlin


Zu Zeiten der Bonner Republik sei eine Frau als Kanzlerin und ein Kabinett, das zur Hälfte mit Frauen besetzt ist noch undenkbar gewesen. Das nannte Günter Bannas, langjähriger Hauptstadtkorrespondent der F.A.Z. in Bonn und Berlin als ein Beispiel für die vielen grundlegenden Veränderungen im Politikbetrieb und der Medienarbeit während der vergangen Zwanzig Jahre. Die Friedrich-Naumann-Stiftung für Freiheit, die Karl-Hermann-Flach-Stiftung und die Presseclubs Mainz und Frankfurt hatten zu einer Online-Veranstaltung geladen, der über 100 Teilnehmer gefolgt sind. Aber auch der Stil des Umgangs miteinander habe sich grundlegend geändert. Eine autoritäre männlich dominante Führung im Stil einer Basta-Politik sei nicht mehr durchsetzbar, meinte Bannas. Heute sei eher ein konsensualer Umgang miteinander gefragt. Aber auch die Arbeit der Journalisten in Berlin unterscheide sich stark von der in den Bonner Zeiten. Vor über zwanzig Jahren sei von Freitagnachmittag bis Montagmorgen für Politiker und Journalisten Ruhe eingetreten. Doch durch die Gründung mehrerer Nachrichtenkanäle und vor allem durch das Internet bedingt laufe der Betrieb nun 24 Stunden an sieben Tagen. Durch die verschärfte Konkurrenz sei der Journalismus schneller, aber auch aggressiver und frecher geworden. Bannas konstatierte, dass in Berlin vieles aufgebauscht, größer und dicker gemacht werde. So seien die sogenannten Stallwächterpartys der Länder in Bonn tatsächlich noch sehr überschaubare Veranstaltungen gewesen, bei denen sich die kleine Schar der Nichturlauber getroffen habe. Heute handele es sich beim diesen Festen um Großveranstaltungen mit zwei- bis viertausend Gästen. Offen ließ er allerdings, wie sich diese Dinge in Bonn entwickelt hätten. Die unterschiedliche Sichtweise der Berliner Regierungen im Gegensatz zu den Bonner Regierungen auf die Bundesländer beschrieb Bannas pointiert, in Berlin würden die Länder nicht schlecht behandelt, sie würden gar nicht behandelt. Von Moderator Arnd Festerling gefragt, welche politische Persönlichkeit er am meisten bewundere, gab Bannas den ehemaligen Vizepräsidenten des Bundestages und FDP-Politiker Burkhard Hirsch an. Dieser habe auf seinem Gebiet stets über eine tiefe und breite Sachkenntnis verfügt und sei stets ein sehr gut informierter Gesprächspartner gewesen. Aus dem Publikum kam die Frage, wie lange noch Bundeseinrichtungen in Bonn überleben würden, ehe sie nach Berlin gingen. Der Referent gab in dieser Hinsicht Veränderungen keine große Chance. Die Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen seien im Bund sehr mächtig und würden schon aus Eigeninteresse, nie einem Wegzug von Bundesbehörden aus Bonn zustimmen. Nach einer guten Stunde fand die Veranstaltung mit vielen Einblicken in das Politikgeschehen ihr Ende. Weiter vertiefende Einblicke gibt das von Bannas geschriebene Buch zu diesem Thema „Machtverschiebung“.


Aufzeichnung der Veranstaltung auf unserem YouTube-Kanal


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