Rückblick Clubabend Kahlschlag oder Zukunftsorientierung?

In Kooperation mit der:

Zu Gast

Manfred Krupp
Intendant des Hessischen Rundfunks

Foto © Ben Knabe


Moderation

Annette Milz
Chefredakteurin des Medium Magazins

Foto © Eva Haeberle

Die Nutzer dort abholen, wo sie sind

Intendant Manfred Krupp zur Strukturreform des hr


„Wir sind kein Sender, sondern ein Kommunikationsunternehmen.“ Mit diesen Worten hat der Intendant des Hessischen Rundfunks Manfred Krupp während des FPC-Clubabends im Online-Format einen wesentlichen Aspekt der Reform des Hauses umschrieben. Im Laufe des Gesprächs unterstrich der Intendant immer wieder, die Rundfunkanstalt müsse in ganz anderem Maße als bisher neue Formate entwickeln und mit den Zuschauern und Zuhörern in den Dialog treten. In der Corona-Krise habe sich noch einmal deutlich gezeigt, dass die Menschen vertrauenswürdige Medien und den Dialog mit ihnen suchten. In den vergangenen Monaten habe der hr etliche Zielgruppen erreicht, die sich schon längst verabschiedet hätten. Krupp berichtete, dass nach den Untersuchungen der Forschungsgruppe Medien von ARD und ZDF für die Altersgruppe bis 26 Jahre die wichtigsten Nachrichtenkanäle Instagram und YouTube seien. Da die öffentlich-rechtlichen Anstalten keine Zielgruppe aufgeben dürften, müssten sie z.B. die Jugendlichen dort abholen, wo sie seien. Dass dies möglich sei, zeige der Erfolg der Hessenschau auf Instagram, die seit Januar ein Plus von 42 Prozent zu verzeichnen habe. Die Sender müssten an den Bedürfnissen der Nutzer ansetzen, um sie überhaupt zu erreichen. Zum Beispiel habe die Tagesschau auf den Social Media mit Spielfilmszenen das Interesse der Jüngeren an dem Thema Deutsche Einheit geweckt. Darauf aufbauend habe sie dann Informationen geliefert, von denen die Zuschauerinnen und Zuschauer vielleicht gar nicht wussten, dass sie sich dafür interessieren.

Von Moderatorin Annette Milz auf die Reform von hr2 angesprochen berichtete Krupp, im Vorlauf hätten etliche Kolleginnen und Kollegen die Sorge gehabt, die Kulturprogramme würden langsam und klanglos vor sich hinsterben, da die Quoten kontinuierlich abgenommen hätten. Viele hätten daher den Prozess unterstützt, um wieder zukunftsfähig zu werden. Ihn habe es in dem Reformvorhaben bestärkt, dass leitende Redakteure, welche die Kulturformate über Jahrzehnte wesentlich geprägt hätten den Prozess gefördert und stark mitgestaltet hätten. Inzwischen sei eine Kultur-Unit gebildet worden, die die verschiedenen Ausspielkanäle bediene. Diese Einheit arbeite stark teamorientiert und wolle die wesentlichen Entscheidungen auch gemeinsam treffen. Eine wichtige Aufgabe sei es dabei, sich von dem Korsett von festgelegten Formaten und Zeiten zu befreien. So habe es bis vor kurzem eine tägliche Kulturpresseschau gegeben, die aber außer bei den jeweils besprochenen Häusern nur sehr geringe Resonanz gefunden habe. Nun werde die Bezugnahme auf die Berichterstattung in den Medien in die jeweiligen Themen eingearbeitet und finde so einen anderen Platz. Eine Rolle spiele bei den Veränderungen auch die Frage des Kulturbegriffs, ob man sich eher an der klassischen elitären Richtung orientiere oder an einem breiteren an den Nutzern orientierten Begriff. Krupp sagte voraus, dass sich in Zukunft die Formate sehr viel schneller ändern würden als bisher, die Anpassung an Nutzer werde ein permanenter Prozess. Zu Beginn des Gesprächs, das in enger Kooperation mit der Evangelischen Akademie stattfand, hatte der Intendant auf den Titel der Veranstaltung bezugnehmend sein Programm pointiert formuliert: „Kahlschlag nein – Zukunftsorientierung ja!“ Das gesamte Gespräch ist auf dem YouTube-Kanal des FPC zu sehen.


Aufzeichnung der Veranstaltung auf unserem YouTube-Kanal


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