Rückblick Clubabend Ein Jahr Corona

In Kooperation mit:

Zu Gast

Wonge Bergmann
Freiberuflich tätiger Fotograf
Foto © Wolfgang Eilmes

Marc Dugge
Leiter des ARD-Studios Madrid
Foto © Christian Christes

Jan Eggers
Redakteur und Manager des hessenschau.de-Datenteams

Siegfried Klingelhöfer
Stellvertretender Chefredakteur der Wetterauer Zeitung


Moderation

Jana Sauer
FPC Vorstandsmitglied

Foto © Privat

Corona: Starke Veränderungen im Journalismus

FPC-Clubabend über die Auswirkungen der Pandemie


„Die Journalisten brauchen unbedingt wieder den direkten menschlichen Kontakt, reale Pressekonferenzen und den Zugang zu Veranstaltungen. Nur so ist ein unabhängiger Journalismus überhaupt möglich.“ Während des FPC-Clubabends in Kooperation mit der Evangelischen Akademie zu den Folgen von Corona für den Journalismus machte Foto-Reporter Wonge Bergmann mit diesen Worten auf die Problematik aufmerksam, dass derzeit nahezu alle Termine per Video abgehalten und die Bilder gepoolt würden. Er formulierte die Sorge, vor allem Unternehmen und Politiker könnten Gefallen daran finden, auch in Zukunft die Pressekonferenzen nur noch online als gut steuerbare und reine PR-Veranstaltungen abzuhalten. Einig waren sich die Sprecher auf dem Podium darüber, dass das Arbeiten unter Corona-Bedingungen schwieriger geworden ist, da Abstimmungen, die ansonsten schnell auf dem Flur vonstattengingen, nun umständlicher geworden seien. Gleichzeitig konnten aber alle Medien ein sehr viel größeres Vertrauen und eine vermehrte Nachfrage nach Nachrichten von Seiten der Nutzer verbuchen. Für Siegfried Klingelhöfer, Stellvertretender Chefredakteur der Wetterauer Zeitung, bedeutete die Umstellung der Redaktionsarbeit auf Home-Office einen deutlichen Schritt zurück. Kurz zuvor habe man zusammen mit anderen Blättern einen News-Room eingerichtet, der schnelle Abstimmung und kurze Wege ermöglicht habe. Nun sei alles wieder etwas komplizierter geworden. Allerdings gewöhnten sich die Kolleginnen und Kollegen mittlerweile an die Videokonferenzen, die ja auch manches erleichtern würden. Alle vermissten jedoch den direkten Kontakt, meinte Klingelhöfer. Auch Jan Eggers, Datenjournalist beim Hessischen Rundfunk, sah einige Vorteile der Videokonferenzen. Die Sitzungen seien kürzer und über diese Technik seien Interviewpartner oft leichter zu erreichen. Für den schnellen Originalton werde dies sicherlich Standard bleiben. Für ihn als Datenjournalisten habe die Pandemie sowohl die Herausforderung bedeutet, die diversen Zahlen und Indikatoren zu analysieren, als auch bei den Kolleginnen und Kollegen ein Verständnis dafür zu schaffen. Von einer erheblichen Erschwernis der Arbeit berichtete Marc Dugge, langjähriger Leiter des ARD-Studios in Madrid. Während des scharfen Lockdowns hätten die Redakteure ihre Büros kaum verlassen dürfen. Vor jeder Dienstreise hätte ein Sicherheitskonzept erarbeitet werden müssen. Auf manche Bilder, wie zum Bespiel Ärzte vor den überlasteten Krankenhäusern hätten sie dann auch aus Sorge um die Gesundheit der eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verzichtet. Auf die Abschlussfrage von Moderatorin Jana Sauer, welche Bilder von Corona im Kopf blieben gab der Fotograf Bergmann vier Motive an: die zahlreichen Särge aus Bergamo, die Kühllaster mit den Leichen in den Vereinigten Staaten, das Impfen als Ausdruck der Hoffnung und der Blick auf das Laptop als Zeichen für Home-Office und Home-Schooling. Während des sehr lebhaften Gesprächs wurde sehr deutlich, wie stark Corona den Journalismus auf ganz unterschiedlichen Ebenen geprägt hat und dass manches davon auch bleiben wird.


Aufzeichnung der Veranstaltung auf unserem YouTube-Kanal


Text mü

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