Rückblick Titanic: Seit 40 Jahren Lust am Untergang

Podium:

Pit Knorr
Mitbegründer und bis 2006 Herausgeber der Titanic

Foto © Britta Frenz

 

Tim Wolff
Chefredakteur der Titanic von 2013 bis 2018

Foto © Thomas Hintner


Moderation:

Nikolaus Münster
Beauftragter des Vorstandes des FPC

Foto © Barbara Walzer

Zonen-Gabi war der Kassenschlager

40 Jahre Titanic/ Ausstellungsbesuch und Podiumsgespräch


„Wir wollen das letzte Magazin sein, das noch gedruckt erscheint!“ Wie ernst gemeint dies hochgesteckte Ziel ist, das ließ Ausstellungskurator Tim Wolff allerdings offen. Deutlich wurde nur, dass das Zentralorgan des Humors derzeit nicht an einer Strategie arbeitet, auf E-Paper umzustellen oder sein Online-Imperium wesentlich auszudehnen. Der FPC hatte sich im Museum Caricatura dem vierzigsten Geburtstag von Titanic mit einem Besuch in der Ausstellung der Titelbilder und einem Podiumsgespräch mit Pit Knorr und Tim Wolff gewidmet. Viele der legendären Titelbilder haben Geschichte gemacht und gehören in teilen der Bevölkerung Kreisen zum festen Bestandteil der Erinnerung. Manch einem Ausstellungsbesucher dürften etliche Titelbilder bekannt vorkommen, weil sie durch Berichterstattung und angestrebte Klagen erst richtig verbreitet wurden. Pit Knorr erwähnte das bis heute legendäre Bild von Zonen-Gabi mit einer Gurke in der Hand und den großen Lettern: Meine erste Banane. Dieses Bild habe so sehr dem historischen Moment entsprochen, dass das Heft innerhalb kürzester Zeit ausverkauft gewesen sei. Die größte Werbung für Titanic habe es allerdings durch den Buntstift-Schmecker Bernd Fritz gegeben, der seinerzeit vor einem Millionen-Publikum in der Sendung „Wetten, dass …“ Thomas Gottschalk vorgegaukelt hatte, er könne die Farben von Buntstiften schmecken.

Wenige Publikationen dürften über eine lange Strecke so besondere Titelbilder haben wie die Satirezeitschrift. Dennoch ließ es sich nicht so richtig klären, wie diese zustande kommen. Gemeinsam ist den Entwurfsprozessen lediglich über die Jahrzehnte geblieben, dass am Anfang viele Ideen entstehen, von denen die meisten verworfen werden. Dann passiert lange nichts und erst am Ende der Produktion des Heftes bemerkt der Chefredakteur, dass es noch kein Titelbild gibt. Unter dem enormen Zeitdruck der Schlussproduktion wird dann doch entschieden und es entsteht überraschenderweise wieder ein besonderer Titel. Erleichterung dürfte bei den Besuchern aufgekommen sein, als Knorr zu berichten wusste, Titanic stehe derzeit finanziell so gut da wie nie zuvor. Es gebe kein Betteln der Druckerei, ob man nicht doch einmal wieder eine längst fällige Rechnung bezahlen könne. Durch Abonnenten, Kioskverkauf und einige wenige Anzeigen trage sich das Heft selbst.

Wie kam es zu dem Namen Titanic? Knorr konnte aus dem Nähkästchen plaudern, es habe eine Liste mit immerhin achtzig Vorschlägen gegeben. Platz Nummer eins nahm „Sonne“ ein. Doch dieser Name war bereits geschützt, also kam Nummer zwei zur Geltung nämlich „Titanic“ und dabei blieb es dann auch. Nach einem recht interessanten aber vor allem vergnüglichen Abend konnte der Moderator Titanic dann noch die guten Wünsche mit auf den Weg geben, weiterhin Kurs zu halten und gegen die Eisberge des guten Geschmacks zu schippern, aber dabei nicht unter zu gehen.


Text: mü

Fotos © Rainer Rüffer


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