Rückblick Clubabend

Wer funkt denn da? Der Jugendkanal von ARD und ZDF

Zu Gast

Philipp Schild
Leiter Content-Team bei Funk
Foto: Privat

und Claudia Di Lena


Moderation

Rafael Bujotzek
TV-Journalist
Foto © Marco Dey / DeyLight.de

funk im Frankfurter PresseClub

 „Die maximal erreichbare Authentizität“

Philipp Schild und Claudia Di Lena haben auf einem Clubabend das neue Angebot von ARD und ZDF vorgestellt. funk soll die Lücke zwischen Kika-Guckern und Tatort-Fans schließen.

Philipp Schild und Claudia Di Lena von funk kommen ziemlich locker rüber, ganz wie es sich wahrscheinlich für ein junges Team gehört, das ARD und ZDF wieder zu mehr „Zuschauern“ oder besserem Bekanntheitsgrad in der Altersgruppe 14 bis 29 Jahren verhelfen soll. Seit letztem Oktober ist das neue Angebot funk „online“. Philipp Schild, der für die Formate dort verantwortlich ist, betont noch einmal ausdrücklich: „Wir sind kein Radio- oder TV-Sender, wir bieten einfach nur unterschiedliche Angebote auf verschiedenen Plattformen an.“ Was das genau bedeutet, erfahren viele Clubmitglieder und Gäste, die sich mit funk noch nicht auskennen, im Laufe des Abends. Ab und an wird es Referenzen auf Youtube-Stars und andere Internet-Formate geben, die für viele wahrscheinlich sehr neu sind – aber Schild und Di Lena geben sich sichtlich Mühe, Licht in die Mysterien „dieses Internets“ zu bringen. Zu Anfang erklärt ein unterhaltsamer Trailer, die schwierige Aufgabe des Teams: Formate zu kreieren, die nicht jung sein wollen, sondern es sind. Eben „die maximal erreichbare Authentizität“, so Schild.

funk will anders sein. „Wir wissen aber auch, dass wir einen Markt betreten, der schon relativ gut bestückt ist“, sagt Schild. „Youtube gab es vorher schon, Snapchat haben wir auch nicht neu erfunden – wir wollen einfach das gute Angebot mit anderen Inhalten bestücken und so auf Dauer fester Bestandteil der Lebenswelt unserer Zielgruppe werden.“ Schild glaubt, dass Inhalte die Marke definieren und nicht andersherum, deshalb habe man es auch bis dato vermieden, bei der Verbreitung von Inhalten von funk darauf zu pochen, dass das Format eine Idee von ARD und ZDF sei. Vielleicht auch, um dem ganzen einen frischen Start zu gönnen, ohne Vorurteile. Wobei Schild betont, dass er diese oft eher bei der älteren Klientel sieht und dass die Jugend auch den Öffentlich-Rechtlichen gegenüber offen sei, habe man denn ein gutes Angebot. In jedem Fall hat funk ein sehr großes Angebot: „Mit externen Formaten, die eingekauft werden, arbeitet das Team derzeit an rund 90 Projekten“, erklärt Di Lena. Die Masse ist wichtig für das junge Konzept. Funktioniert nämlich einmal etwas nicht und kommt bei der Zielgruppe nicht an, wird es kurzerhand „gekickt“. Wie das Team so etwas feststellt? Mit einer genauen Datenanalyse. Auf einem Dashboard in ihren Redaktionsräumen kann live verfolgt werden, wie sich ein Format entwickelt. Likes oder Dislikes, die Zeit, bis ein Zuschauer bei einem Youtube-Video abschaltet, sind Indikatoren dafür.

Seit dem Start im Oktober haben 45 Kolleginnen und Kollegen, davon im Content-Team 15 Mitarbeiter und Externe, einige Überstunden geschoben, um funk aus dem Boden zu stampfen und Formate wie das Online-Frühstücksfernsehen „Guten Morgen Internet“ oder die Live-Snapchat-Soap iam.serafina. „Und es hat sich gelohnt“, sagt Schild, „das Feedback, das wir bis dato bekommen haben, ist toll. Das liege aber auch an dem guten Zusammenhalt in dem jungen Team. Der 40-jährige Schild und die 31-jährige Di Lena sind schon eher die alten Hasen in der Gruppe, alle anderen Mitstreiter sind um die 20 Jahre alt. Und wie es sich gehört, sitzen die kreativen Köpfe in einem Großraumbüro in Mainz und noch nicht einmal der Chef hat einen eigenen Raum für sich. Alle Formate sind auf Bewährung und müssen ständig überdacht werden. Darin sieht Schild auch das Problem von anderen Medien, die sich im Internet versuchen: „Webformate werden sehr häufig einfach nicht zu Ende gedacht. Man muss sich deshalb fragen: Wie ist mein Reichweitenkonzept, meine Distributionsstrategie und man muss es einfach versuchen.“ Alle Beteiligten wüssten, dass es nicht tragisch ist, wenn ein Projekt nicht funktioniere. Aber man habe es dann eben versucht.

Bis jetzt sei das Feedback, auch aus der Community, super. Und das bekommen die Internet-Experten natürlich prompt immer wieder in Jetztzeit als Kommentare und können direkt darauf reagieren. Während des Vortrages zeigt Schild auch das Bild eines Überweisungsträgers, über dem steht: „Endlich bezahle ich den Scheiß gerne!“. „Das ist das, was uns stolz macht“, sagt er zufrieden.

 

Text: Katharina Bruns


Mitglied im FPC werden

Newsletter abonnieren

Kein Mitglied im FPC und trotzdem möchten Sie keine unserer Veranstaltungen verpassen? Dann werden Sie jetzt Teil des FPC Netzwerkes! Registrieren Sie sich einfach unter dem angegeben Link.

Hier geht es zur Registrierung!

Tagungsräume mieten

Tagungsort Broschüre

Soziale Netzwerke

Franz

Kontakt

069 71379609

E-Mail schreiben

Öffnungszeiten

Montag - Freitag: 11.30 - 2.00 Uhr
und Sonntag: 18.00 - 2.00 Uhr
Samstag ist Ruhetag