Rückblick Clubabend AfD

Zu Gast

Justus Bender
Politikredakteur, F.A.Z.

Christopher Plass
Landtagskorrespondent, HR

Frank Überall
Vorsitzender des DJV

Fotos © Rainer Rüffer


Moderation

Gerhard Kneier
FPC Vizepräsident

Foto © Barbara Walzer

Cool bleiben und immer wieder nachfragen

Clubabend zum journalistischen Umgang mit der AfD

 

Sachlich bleiben, mit stoischer Ruhe inhaltliche Fragen stellen, immer wieder nachhaken und eine gewisse Coolness bewahren, über diese Empfehlungen für den journalistischen Umgang mit der AfD war sich das Podium während des FPC-Clubabends einig. Inhaltlich habe die AfD oft wenig zu bieten, ja sie scheue sogar vor Interviews zu ihren ureigensten Themen zurück. So berichtet Justus Bender, Politikredakteur der FAZ, die frühere Parteisprecherin Frauke Petry, habe ein Interview zum Thema Flüchtlinge abgesagt. Als Hintergrund dafür vermutete Bender mangelnde differenzierte Kenntnisse über die derzeitige Rechtslage. Der DJV-Vorsitzende Frank Überall warnte davor, die Berichterstattung mit der innerlichen „Kampfhaltung“ anzugehen, man müsse die Partei demaskieren. Moderator Gerhard Kneier ergänzte, der Umgang mit der AfD dürfe diese auf keinen Fall in eine Opferrolle drängen. Der Landtagskorrespondent des Hessischen Rundfunks Christopher Plass formulierte für sich den Anspruch aufzuklären und damit auch einen Teil der AfD-Mitglieder zu erreichen.

Über die Beeinträchtigungen der Berichterstattung durch die AfD selbst gab es ein breites Spektrum von Darstellungen. Das reichte von mündlichen und schriftlichen Drohungen über Ausschlüsse von Pressekonferenzen und Parteitagen bis dahin, dass ein Journalist auf einer Demonstration in Erfurt es noch nicht einmal wagte, seinen Notizblock in die Hand zu nehmen aus Angst, er werde als Journalist erkannt und tätlich angegriffen. Allerdings berichtete Plass von der Landtagsfraktion, sie gehe bisher korrekt und kooperativ mit den Medien um, da sie in jedem Fall negative Schlagzeilen vermeiden wolle. Er sei jedoch gespannt, welche Häutungen es im Lauf der Zeit noch geben werde. Optimistisch zeigte sich Bender hinsichtlich der Parole von der „Lügenpresse“. Diese ziehe inzwischen selbst bei AfD-Anhängern kaum noch, da sie wüssten, der Vorwurf stimme nicht. Mit ihrer Forderung nach Neutralität der Medien wolle die Partei die Journalisten auf die Rolle als Stenographen reduzieren, meinte Überall. Demgegenüber sei es über die Berichterstattung hinaus natürlich auch Aufgabe der Journalisten, Ereignisse einzuordnen und auch zu kommentieren. Selbstkritisch für die Medien fügte er hinzu, die junge Partei habe auch neue Konzepte, mit denen sich die Journalisten noch nicht ausreichend auseinandergesetzt hätten. So treffe das alte Klischee von Glatzköpfen und Springerstiefeln schon lange nicht mehr zu.


Text: mü

Fotos: Rainer Rüffer


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