Rückblick Clubabend t-online.de

Zu Gast

Tatjana Heid
Politikchefin bei t-online.de

Foto © Rainer Rüffer


Moderation

Michaela Schmehl
Redakteurin ZDF Nachrichtenredaktion

Foto © Barbara Walzer

t-online.de setzt auf Reichweite


Die Nachrichtenwebsite t-online.de soll sich zu einer der führenden publizistischen Stimmen entwickeln. Dieses ehrgeizige Ziel hat die Politikchefin Tatjana Heid auf dem Clubabend im Gespräch mit der Moderatorin Michaela Schmehl formuliert. In der Tat hat t-online.de ein stürmisches Wachstum hinter sich. Es erreicht rund 47 Millionen Menschen mit einem Schwerpunkt in den östlichen Bundesländern. Inzwischen arbeiten rund 100 Beschäftigte für das Medium, davon etwa 60 Redakteurinnen und Redakteure. Eigene Korrespondenten unterhält das Portal in den USA und in Berlin. Noch vor zwei Jahren sei es schwierig gewesen, prominente Persönlichkeiten für ein Interview zu gewinnen, berichtete Heid. Das habe sich inzwischen deutlich geändert, Politiker würden dieses Medium wahrnehmen und selbst die Kanzlerin habe sich an das Portal gewandt, um exklusiv über die Digital-Strategie der Bundesregierung zu sprechen.

Einen Grund für den Erfolg sieht Heid darin, dass t-online.de keine politische Richtung vertrete. Zwar hätten sie zahlreiche meinungsstarke Autoren - wie etwa Lamya Kaddor -, aber aus ganz unterschiedlichen Richtungen. Selbstverständlich verdiene das Portal Geld und dies müsse auch so sein. Die Redaktion sei jedoch gegenüber Werbekunden unabhängig. Bisher habe es von Seiten der Geschäftsleitung keine Einflussnahme zugunsten von Anzeigenkunden gegeben. Allerdings werde häufig eine Mischform angewandt, bei der in den redaktionellen Text Affilate-Links eingebaut würden, die zu den entsprechenden Produkten führten. Dies geschehe auch, wenn das Produkt kritisch besprochen werde. Die Berichterstattung aber bleibe in jedem Fall unabhängig, versicherte Heid.

Für die Arbeit der Redaktion sei von erheblicher Bedeutung, dass das Portal auf Reichweite setze und daher auch nicht das Ziel einer Bezahlschranke verfolge. Reichweite aber werde vor allem mit Ratgebertexten und Panorama-Geschichten und vor allem auch einer sehr guten Suchmaschinenoptimierung erzielt. Für die Politikredaktion bedeute das aber nicht eine ausschließliche Ausrichtung an Klickzahlen. So bringe die Redaktion zum Beispiel auch eine Geschichte über hungernde Kinder im Jemen, obwohl dies nur verhältnismäßig wenige Leser interessiere. Das Haus setze in der Politik auf einen Erklärungsjournalismus. Als Erfolg werde es schon verbucht, wenn Nutzer einmal vier Minuten bei einem Text blieben.

Die Redaktion von t-online.de setzt sich nach den Worten von Heid vor allem aus jüngeren Kolleginnen und Kollegen zusammen, die mit großem Engagement an dem weiteren Aufbau des Portals arbeiteten. Mit 36 Jahren zähle sie selbst schon zu den Älteren.


Text: mü

Fotos © Rainer Rüffer


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