Einen Einblick hinter die Kulissen der Anwaltswelt gibt

Dr. Matthias Scholz
Managing Partner Deutschland/Österreich

(Foto © Rainer Rüffer)


High-Tech-Lösungen in der Rechtsberatung

Der Presseclub zu Besuch bei Baker McKenzie

 

Bei einem harten Brexit gilt das Vereinigte Königreich von heute auf morgen für den Verkehr von personenbezogenen Daten als ein unsicheres Drittland. Was das im Einzelnen bedeutet, schilderte Managing Partner Matthias Scholz von der internationalen Anwaltskanzlei Baker McKenzie während des Hausbesuchs des FPC. Der EU-Raum habe mit der Datenschutzgrundverordnung (DGSVO) eine einheitliche Rechtsgrundlage für den Umgang mit Personenbezogenen Daten innerhalb der EU geschaffen. Rechtlich mache es daher beispielsweise keinen Unterschied ob Daten von Frankreich nach Deutschland oder innerhalb Deutschlands von Düsseldorf nach Frankfurt erfolgen soll. Wenn nun Unternehmen nach einem Brexit Daten aus der EU in das vereinigte Königreich transportieren, gelten zusätzliche Anforderungen. Insbesondere muss nach dem Brexit gewährleistet sein, dass die Daten auch beim Empfänger in UK entsprechend geschützt sind. Eine Möglichkeit ein adäquates Datenschutzniveau sicherzustellen, ist entsprechende EU-Standardverträge mit dem Empfänger der Daten abzuschließen. Dies ist nach den Worten von Scholz nicht zu umgehen, da die Aufsichtsbehörden ansonsten äußerst empfindliche Geldstrafen verhängen können. Für die Anwaltskanzleien bietet der Brexit damit neue Tätigkeitsfelder.

Scholz gab auch einen Einblick in den umfassenden Wandel des Anwaltsberufes. Die einfache Rechtsberatung werde mehr und mehr automatisiert. Eine starke Konkurrenz werde von den Legal-Tech-Unternehmen kommen, die die entsprechende Software entwickeln könnten. Der Kostendruck für die Kanzleien werde weiter erheblich steigen. Für die Branche sei es von großer Bedeutung, diese Entwicklung nicht zu verschlafen, sondern mitzugestalten. Als einer von ca. 44 Managing Partnern der internationalen Kanzlei mit weltweit 15.000 Mitarbeitern hat sich Scholz die anstehenden Innovationen auf seine Fahnen geschrieben. Für ihn geht es dabei nicht nur um Investitionen in Zukunftstechnologien, sondern sehr stark darum, eine kreative Atmosphäre zu schaffen, sich mit Start-ups gut zu vernetzen.

Inspiriert von seinen Erfahrungen im Silicon Valley sponsert die Kanzlei in der Hanauer Landstraße zusammen mit großen Unternehmen wie ZF, Daimler und Bosch als Sponsoren die Reinvent GmbH, ein kreatives Ecocenter - dem ersten Legal Tech Hub in Kontinentaleuropa. In dieser futuristisch eingerichteten Büroloft sind regelmäßig mehrere Start-Ups beheimatet, finden Workshops und der Gedankenaustausch zwischen Kunden, Anwälten und Software-Entwicklern statt. Eine Besonderheit der Konstruktion liegt darin, dass sich Baker McKenzie an die Start-Ups in keiner Weise wirtschaftlich bindet, d.h. nicht in sie investiert. Nur so erhalte die Kanzlei auch ihre eigene Unabhängigkeit bei späteren Entscheidungen für die besten Produkte, meinte Scholz. Umgekehrt solle die Kreativität der jungen Leute auch nicht durch verfrühte wirtschaftliche Ansprüche erstickt werden.

Die Mitglieder des FPC erhielten an diesem Abend einen exklusiven Einblick in die wenig bekannte aber ziemlich bedeutende Welt der Anwaltskanzleien. Allein in Frankfurt gibt es über 20.000 Advocate.


Text: mü

Fotos: Rainer Rüffer & Julio Klappich


Mitglied im FPC werden

Newsletter abbonieren

Kein Mitglied im FPC und trotzdem möchten Sie keine unserer Veranstaltungen verpassen? Dann werden Sie jetzt Teil des FPC Netzwerkes! Registrieren Sie sich einfach unter dem angegeben Link.

Hier geht es zur Registrierung!

Tagungsräume mieten

Tagungsort Broschüre

Soziale Netzwerke

Franz

Kontakt

069 71379609

E-Mail schreiben

Öffnungszeiten

Montag - Freitag: 11.30 - 2.00 Uhr
und Sonntag: 18.00 - 2.00 Uhr
Samstag ist Ruhetag