Rückblick Hausbesuch Der Freitag und Welt Digital

Nina Mayrhofer
Verlagsleiterin "der Freitag"

(Foto © Julio Klappich)

 

Oliver Michalsky
Chefredakteur "WELT Digital"

(Foto © Claudius Pflug)

 

Sebastian Puschner
Redakteur "der Freitag"

(Foto © Julio Klappich)


Kontrastprogramm in Berlin

Der FPC zu Besuch bei „der Freitag“ und Welt-Digital


„Wir setzen total auf Print“, mit diesem klaren Statement überraschte Sebastian Puschner, Politikchef der Wochenzeitung „der Freitag“ seine Zuhörer. Die Gäste waren Mitglieder des FPC, die sich für eine eintägige Studienreise nach Berlin aufgemacht und dort die linke Wochenzeitung und den News-Room der „Welt“ besucht hatten. Nach Angaben der Verlagsleiterin Nina Mayrhofer geht es langsam aber stetig aufwärts mit dem „Freitag“. Die Abonnentenzahl konnte von 9.000 im Jahr 2009 auf inzwischen 18.000 verdoppelt werden. Die Abonnements sind neben den Anzeigen die wichtigste Säule zur Finanzierung des Blattes. Nach Auffassung von Puschner lassen sich mit Nachrichten keine neuen Leser gewinnen, weshalb sich die Zeitung vor allem als Meinungsblatt weiter profilieren müsse. Um als Printprodukt attraktiv zu sein, konzentriert sich der Verlag nicht nur auf die Inhalte, sondern misst auch der Erscheinung große Bedeutung bei. Das eigene Gestaltungsteam wird schon frühzeitig in die Produktion einbezogen, um mit den Autoren zu diskutieren, wie der Artikel mit Platzierung und graphischen Elementen möglichst gut präsentiert werden kann. Auf das Thema Constructive Journalism angesprochen, hob Puschner die Rolle der Medien als Kritiker und Kontrolleure der Politik hervor. Allerdings gebe es bei den Lesern insbesondere im Wirtschaftsteil eine große Nachfrage nach positiven Ratgeber-Artikeln.

Wenige hundert Meter entfernt bot sich der Besuchsgruppe das Kontrastprogramm bei der „Welt“ im Axel-Springer-Haus. Oliver Michalsky, Chefredakteur Digital, brachte das quirlige Geschehen im News-Room mit den Worten auf den Punkt: “Der News-Room ist eine ständig tagende Redaktionskonferenz.“ Und wie bestellt erscheint auch Herausgeber Stefan Aust, um mit einigen Redakteuren die Nachrichtenlage zu besprechen. Kommuniziert wird in dem rund 140 Arbeitsplätze umfassenden Großraumbüro vor allem über Messenger und kurze direkte Absprachen. Die Telefone stehen eher still. Etwa 120 Meldungen werden täglich in dem Großraumbüro produziert, die jedoch ausschließlich vom Chef vom Dienst veröffentlich und in den jeweiligen Kanälen platziert werden. Von 6 Uhr morgens bis Mitternacht wird der Nachrichtenfluss in der Berliner Zentrale bearbeitet und in den Nachstunden übernimmt ein kleines Team in San Francisco den Staffelstab. Auch wenn Michalsky sich zu keinerlei Spekulation über die Zukunft des Blattes bewegen lässt, wird deutlich, dass diese vor allem im Online-Geschäft liegt. Dabei geht es nicht darum, möglichst hohe Klickzahlen zu erreichen, sondern genau wie bei der Printausgabe vor allem darum, neue Abonnenten zu gewinnen. Die Mitglieder des FPC haben zwei hervorragende Gastgeber erlebt, die mit sehr dichten Informationen aufgewartet haben. Die lange Reise hatte sich in jeder Hinsicht gelohnt und die Teilnehmer äußerten sich begeistert über die kurze aber intensive Studienreise.

Text: mü

Fotos © Rainer Rüffer und Julio Klappich


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