Rückblick Hausbesuch spezial ESA

Mit einem Astronauten im Gespräch

Der Astronaut Ulf Dietrich Merbold ist der einzige Deutsche, der drei Mal in den Weltraum geflogen ist: 1983, 1992 und 1994. Von diesen Expeditionen berichtete Merbold Anfang November den Mitgliedern der Presseclubs aus Frankfurt, Wiesbaden und Darmstadt, die zum „Hausbesuch spezial“ zur Europäischen Weltraumorganisation (ESA) nach Darmstadt gekommen waren. Dort kamen sie mit gleich drei hochrangigen Experten ins Gespräch.

Ulf Dietrich Merbold, der seinen Job als Astronaut übrigens in einer Stellenanzeige der FAZ entdeckt hatte, zog die Zuhörer mit seinem Wissen und seinen Erfahrungen schnell in den Bann. Er erzählte unter anderem von der guten Zusammenarbeit mit russischen Forschern– auch in politisch schweren Zeiten: „Die internationale Raumstation ist ein wunderbares Beispiel dafür, was wir erreichen können, wenn wir unsere Kräfte bündeln“.

Ein Schutzschild gegen Meteoriten

Die Bandbreite der ESA hatte Rolf Densing vorgestellt, ESA-Direktor für Missionsbetrieb und Leiter des Raumfahrtkontrollzentrums. Die Wissenschaftler der ESA erforschen die Erde und das Erdumfeld, das Sonnensystem und das Universum. Sie setzen das europäische Weltraumprogramm im Auftrag von 22 Staaten um, steuern und kontrollieren Satelliten und leiten Missionen, zuletzt jene der Raumsonde „Rosetta“. Außerdem entwickelt die ESA satellitengestützte Technologien und bietet vielfältige Dienstleistungen an.

Wer sind wir, woher kommen wir, was ist der Platz des Menschen in dieser unvorstellbaren Weite? – Rolf Densing ging auch auf die philosophische Ebene der Raumfahrt ein.

Dann wurde es schnell konkret: Densing zeigte, wie die Satelliten der ESA die Erde beobachten und wie sie den Menschen nützen. Große Ansammlungen von Algen oder auch Vulkanausbrüche sieht die ESA im ganzen Ausmaß und warnt zuständige Behörden rechtzeitig – etwa vor Naturkatastrophen oder Flügen in diesem Gebiet. Außerdem messen die Satelliten den Anstieg des Meeresspiegels. Sogar die ungefähre Anzahl von Personen in einem unübersichtlichen Flüchtlingscamp können die Experten abschätzen.

Neben diesen praktischen Erkenntnissen stellte Rolf Densing einige Forschungsprojekte vor, etwa die Planungen, auf dem Mond eine Basis einzurichten. Auch an einem Abwehrsystem für Meteoriten, die auf die Erde aufschlagen könnten, tüfteln die Forscher. So wurde an diesem Abend überraschend konkret, was den meisten Besuchern bisher höchstens im Science-Fiction-Film begegnet war.

Raumfahrt als politischer Brückenbauer

Die Raumfahrt als europäisches, aber auch als weltweites Projekt, das politische Brücken baut – so stellte der ESA-Generaldirektor Jan Wörner die Organisation dar. Lebhaft und in lockerem Ton argumentierte Wörner für Investitionen in seine Branche. Viele Erkenntnisse kämen später einer breiten Allgemeinheit zugute: zum Schutz der Ökosysteme, für Fortschritte in der Medizin, zur Entwicklung wirtschaftlicher Projekte.

Auch die Rosetta-Mission stellte Wörner als weitgehenden Erfolg dar: Die meisten Schritte des Projekts hätten funktioniert, nur das Landen – von Wörner als ein „Bonusprogramm“ bezeichnet –, habe halt nicht geklappt.

Nach den Vorträgen entwickelte sich eine lebhafte Gesprächsrunde. Die drei Experten beantworteten eine Reihe von Fragen. Sie erklärten unter anderem, wie ein Raumschiff im All geflogen wird, wie Satellitenbilder bei Hochwasser helfen können, inwiefern Forschungsergebnisse zugänglich sind und weshalb die ESA mit China kooperiert. Bei letzterer Frage argumentierte der ESA-Generaldirektor wiederum für weltweite Kooperation. „Ich will schon ein bisschen Brücken bauen“, sagte Jan Wörner.

Bei anschließenden Führungen präsentierte ein ESA-Mitarbeiter den Hauptkontrollraum des Satellitenkontrollzentrums und erklärte, welche Experten dort welche Aufgaben übernehmen. Die Besucher erfuhren außerdem, wie man einen Satelliten steuert und dass wichtige Manöver Jahre im Voraus geplant und durchdacht werden.

Der Frankfurter Presseclub organisiert die Hausbesuche, um den Mitgliedern exklusive Einblicke in Unternehmen zu gewähren. Außerdem sollen die Teilnehmer die Möglichkeit haben, mit den Unternehmenskommunikatoren der jeweiligen Gastgeber ins Gespräch zu kommen.

 

Text: Felix Ehring

Fotos© Rainer Rüffer


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