Rückblick FPC Hausbesuch bei Google und SPIEGEL-Online

Zu Besuch bei Google und SPIEGEL-Online

Tagesreise des FPC nach Hamburg


Deutlich größer als die berühmte Ur-Garage ist die Deutschland-Zentrale von Google in Hamburg. Von außen nicht sehr auffällig hat das oft verspielte Innere des Gebäudes es in sich. Mit einer imposanten Architektur wartet das SPIEGEL-Gebäude auf der Ericusspitze auf, in dem SPIEGEL, SPIEGEL-Online, SPIEGEL TV, Manager Magazin und Harvard Business Manager in der Hafen-City residieren. Über verschiedene Geschäftsmodelle sind Google als Publisher und Spiegel-Online als eines der wenigen wirtschaftlich erfolgreichen Nachrichtenportale miteinander verbunden, wenn auch nicht immer auf Augenhöhe. Bei beiden Unternehmen war der FPC während einer eintägigen Fortbildungsreise zu Gast und erhielt Hintergrundinformationen zur Arbeit des Google-Konzerns und der Spiegel-Online-Redaktion.

Im ehemaligen Raum für die Redaktionskonferenzen zeigte sich Entwicklungschef Matthias Streitz mit der wirtschaftlichen Entwicklung von SPON äußerst zufrieden. Das Produkt fahre jährlich Rekordgewinne ein und es sei absehbar, dass die Online-Sparte des Hauses bald mehr verdiene als das Print-Produkt. Immerhin gebe es über 100.000 digitale Abonnements, aber die größte Einnahmequelle seien die Anzeigen. Wie bei allen großen Verlagen ist auch beim Spiegel die bessere Verzahnung der Print- und der Online-Redaktion ein großes Thema, die am Ende des Prozesses zusammengeführt werden sollen. Mirjam Schlossarek von der 80 Mitarbeiter umfassenden Dokumentation schilderte die aufwändige Recherchearbeit für jeden einzelnen Artikel, die bisweilen anstrengende Auseinandersetzung mit den Autoren und das gemeinsame Ringen um präzise Formulierungen. Markus Verbeet, der Leiter der Deutschlandredaktion des Spiegels, erläuterte den mühsamen Prozess der Kulturangleichung zwischen Print- und Online-Journalisten. Unter anderem werde das gegenseitige Verständnis durch gegenseitige „Praktika“ in den jeweils anderen Redaktionen deutlich verbessert. Nach den Worten von Streitz funktioniert die Kooperation mit Google recht gut. Knapp fünfzig Prozent des Traffics von Spiegel-Online komme über Google. Allerdings bringe diese Plattformökonomie auch die große Gefahr der Abhängigkeit mit sich.

In die eigene Google-Welt führten Pressesprecherin Lena Heuermann und Kay Oberbeck, Verantwortlicher für die europaweite Produktkommunikation, die FPC-Gruppe ein. Sie hoben die Anstrengungen des Konzerns hervor, den Mitarbeitern eine möglichst angenehme Arbeitsatmosphäre zu schaffen. Unter anderem verlaufe die Kommunikation zwischen Management und Mitarbeitern nicht nur von oben nach unten, sondern jeder Beschäftigte könne Themen auf die Tagesordnung setzen, die – wenn sie in einem Ranking entsprechend gewichtet werden – dann auch von der Leitung behandelt werden müssen. Natürlich gehören zum Wohlfühlprogramm auch gesunde, regionale Ernährung und alle Sorten von Relax-, Spiel- und Fitnessräumen. Gerrit Rabenstein präsentierte die Digital News Initiative, bei der Google in Zusammenarbeit mit Verlagen seit 2015 mit 150 Millionen Euro innovative Projekte unterstützt. Nach der Starphase in 29 europäischen Ländern soll das Projekt in diesem Sommer weltweit anlaufen. Aus München zugeschaltet erklärte Andreas Briese, Director YouTube Partnerships, die Schwierigkeiten, wirksame Filter bei Youtube einzurichten. Ein „Ereignis“ - also z.B. ein Attentat - nehme das System automatisch durch die Geschwindigkeit und die Zahl der einlaufenden Meldungen wahr. Bei Youtube würde dann Filmberichte von Privatpersonen sofort gestoppt und zunächst gebe es nur Textberichte. Erst wenn seriöse Quellen Filmmaterial lieferten, werde dies dann bei Youtube hochgeladen. Briese gestand jedoch ein, dies sei der Anspruch, der immer wieder auch der Realität hinterherhinke, da die Filterfunktionen ständig an neue technische Umgebungen angepasst werden müssten.


Text: mü

Fotos © Julio Klappich und Tamara Marszalkowski


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