Online-Clubabend: „Wem gehört die Meinungsfreiheit im Netz? – Digitale Öffentlichkeit zwischen Demokratie und Plattformmacht“

Foto © unsplash.com/de/@holawalterlee
MONTAG | 16. MÄRZ | 19.30 UHR | ONLINE
ZU GAST
● Markus Beckedahl (Journalist und Gründer von netzpolitik.org)
● Univ.-Prof. Mag. Dr. Matthias C. Kettemann, LL.M. (Harvard) (Experte für Internetrecht und Plattformregulierung)
MODERATION
● Nina Mülhens (FPC-Vorstandsmitglied)
Wem gehört die Meinungsfreiheit im Netz? Und wie demokratisch sind digitale Öffentlichkeiten, wenn globale Plattformen die Regeln setzen?
Soziale Netzwerke sind heute zentrale Orte politischer Debatten, journalistischer Arbeit und gesellschaftlicher Auseinandersetzung. Hier entstehen Bewegungen, hier verbreiten sich Informationen und hier eskalieren Konflikte. Hate Speech, gezielte Desinformation und digitale Radikalisierung prägen den öffentlichen Diskurs ebenso wie neue europäische Regulierungsansätze und die anhaltende Dominanz US-amerikanischer Plattformunternehmen.
Zwischen dem amerikanischen Verständnis nahezu schrankenloser Meinungsfreiheit und dem europäischen Ansatz, demokratische Diskurse stärker zu regulieren und Betroffene besser zu schützen, entsteht ein Spannungsfeld, das grundlegende Fragen aufwirft: Wer definiert die Grenzen legitimer Rede – Staaten, Gerichte oder private Plattformen? Welche Verantwortung tragen global agierende Unternehmen für demokratische Öffentlichkeiten? Schützt Regulierung die Demokratie oder verschiebt sie Macht lediglich neu?
Gleichzeitig steht auch der Journalismus in einer besonderen Verantwortung. Journalistinnen und Journalisten sind längst nicht mehr nur Beobachter digitaler Debatten, sondern aktive Akteure in ihnen. Sie recherchieren in sozialen Netzwerken, verstärken Themen durch Reichweite, setzen Diskursrahmen und sind zunehmend selbst Zielscheibe koordinierter Hasskampagnen.
Wie berichten Medien über extremistische Inhalte, ohne sie weiter zu normalisieren? Wie gelingt Einordnung, ohne Empörungsspiralen zu befeuern? Welche Rolle spielt journalistische Sorgfalt in einer Plattformlogik, die Zuspitzung belohnt? Und wie können Medienhäuser ihre Mitarbeitenden schützen?
Nach zwei intensiven Clubabenden zu Social Media und digitaler Öffentlichkeit wollen wir diese Fragen vertiefen und die internationale Dimension bewusst in den Mittelpunkt stellen – mit Blick auf Plattformmacht, Regulierung und die Zukunft demokratischer Öffentlichkeit im digitalen Raum.
Wir freuen uns auf ein hochkarätig besetztes Panel und eine fundierte, kontroverse und konstruktive Diskussion.
Markus Beckedahl, setzt sich seit bald 30 Jahren für eine informiertere Debatte über die digitale Gesellschaft ein. Markus Beckedahl ist Mitgründer und kuratorischer Leiter der re:publica-Konferenz. Als Gründer des Zentrum für Digitalrechte und Demokratie arbeitet er an neuen Narrativen für demokratische Zukünfte und entwickelt mit seinem Team gesellschaftliche Strategien, um uns aus der Abhängigkeit von Big Tech zu lösen. Mit dem Bonn-Institute kuratiert er das b-future Festival für Journalismus und konstruktiven Dialog. In einem früheren Leben hat er netzpolitik.org gegründet und als langjähriger Chefredakteur aufgebaut. Er schreibt einen Newsletter auf Digitalpolitik.de.
Prof. Dr. Matthias C. Kettemann ist Universitätsprofessor für Innovation, Theorie und Philosophie des Rechts. Nach Studien in Graz und Genf sowie als Fulbright-Stipendiat an der Harvard Law School promovierte er in Graz zum Völkerrecht. Am Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ der Goethe-Universität Frankfurt am Main habilitierte er sich zur normativen Ordnung des Internets und erhielt die Lehrbefugnis für Völkerrecht, Internetrecht und Rechtstheorie. Er forscht zu Regulierung und Normbildung in digitalen Kommunikationsräumen und ist in leitender Funktion unter anderem am Leibniz-Institut für Medienforschung | Hans-Bredow-Institut sowie am Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft tätig. (Vollständige Biographie)
Bitte beachten
Für Mitglieder des FPC ist die Veranstaltung kostenlos. Für Nicht-Mitglieder erheben wir einen Unkostenbeitrag von 7 €. Bitte wählen Sie bei der Anmeldung das entsprechende Ticket.
Noch kein Mitglied? Dann ist jetzt die Gelegenheit, Teil unseres großen Netzwerks zu werden. Hier geht es direkt zum Antrag.
Anmeldung

Foto © re:publica.com

Foto © Universität Innsbruck

Foto © Barbara Walzer
