Workshop „KI-Klinik: Tools für den Journalismus nutzen“ mit Jan Eggers

06. DEZEMBER 2025 | 10 BIS 15 UHR | FPC, ULMENSTR. 20, 60325 FRANKFURT

REFERENT
Jan Eggers (KI-Experte und Journalist für WDR und Hessischen Rundfunk)

Der übereifrige Praktikant – Oder wie man KI-Werkzeuge im Journalismus nutzt

Künstliche Intelligenz ist längst im Redaktionsalltag angekommen – doch zwischen Hype und Ernüchterung bleibt oft die Frage: Wie lässt sie sich wirklich sinnvoll nutzen? Beim zweiten kompakten FPC-Workshop „KI-Klinik: Tools für den Journalismus nutzen“ führte KI-Experte und Digitaljournalist Jan Eggers die Mitglieder des Frankfurter PresseClubs in die praktische Arbeit mit modernen KI-Tools ein.

Praxisnah und mit Augenzwinkern

Eggers zeigte den Teilnehmenden, dass künstliche Intelligenz kein Hexenwerk ist – sondern ein Werkzeugkasten, der klug eingesetzt werden will. Auch Journalist:innen ohne Vorerfahrung konnten sich schnell einarbeiten. Im Mittelpunkt standen konkrete Anwendungsfälle: Wie lässt sich KI beim Schreiben, Recherchieren und Entwickeln von Ideen unterstützen? Welche Routineaufgaben kann man ihr überlassen – und wo bleibt menschliches Urteilsvermögen unverzichtbar?

Vom Heldenreise-Bot bis zum „Clara-Hendrik“-Prompt

Im Workshop wurde experimentiert, gebaut und getestet: Mit Spaß begannen die Teilnehmenden als „KI-Superheld:innen“ im Google-Bildgenerator, bevor sie mit Mistral-Agenten und anderen Chatbots eigene kleine Anwendungen generierten – vom virtuellen Helfer für journalistische Recherchen bis zum Story-Bot, der eine klassische Heldenreise durchspielt.

Bei den Hands-on-Übungen drehte sich vieles um die hohe Kunst des Promptens – also der gezielten Aufgabenstellung an KI-Systeme. Eggers stellte eine Formel für bessere Prompts vor: „Gib der KI ROMANE!“ Das R steht beispielsweise für Rollen, die man kreativ denken sollte – er illustrierte sie mit dem „Clara-Hendrik-Prompt“, der die KI anweist, gleich zwei Perspektiven einzunehmen – eine Kita-Erzieherin und ein Physiker, die aus ihren jeweiligen Blickwinkeln über einen besseren Text diskutieren.

Chancen, Grenzen und Verantwortung

Neben der Praxis stand auch die Reflexion im Fokus: Was hat sich in drei Jahren Künstlicher Intelligenz verändert? Lassen sich KI-generierte Inhalte erkennen? Und wie geht man verantwortungsbewusst mit KI im Journalismus um? Eggers betonte, dass man beim Einsatz einer KI besonders auf die Quellen achten muss: „Eine KI ist keine Suchmaschine – aber sie kann eine nutzen.“ Nur wenn die KI Quellen-Links angebe, habe sie auch nach Belegen gesucht, man müsse die Links aber trotzdem überprüfen – nicht immer sei die Quelle das, was die KI vorgebe. Der bewusste Umgang mit Recherchetools wie Perplexity, Gemini oder Mistral sei entscheidend, um KI als klugen Partner einzusetzen, der die Recherche besser, schneller und tiefer machen kann.

Zertifikate und Erkenntnisse

Zum Abschluss erhielten die Teilnehmenden eine Bescheinigung über die behandelten Themen – von der Textarbeit mit Chatbots über die Grenzen des Promptings bis zur Automatisierung redaktioneller Abläufe mit agentischer KI.

Der Workshop machte deutlich: KI ist wie der digitale Praktikant – manchmal übereifrig, oft überraschend, aber eine Bereicherung.

Über den Referenten: Jan Eggers, Jahrgang 1968, ist Digitaljournalist und KI-Experte bei der ARD. Als Trainer für zahlreiche deutsche Medien vermittelt er praxisnahes Wissen über den Einsatz von KI im Journalismus. Auf https://janeggers.tech veröffentlicht er sein Blog „KI im Journalismus“ sowie bei LinkedIn den Newsletter „Snackable AI“.

Jan Eggers
Foto © Jan Eggers

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