Startup-Storys: Mit Spirit und Personality in den Journalismus

FRREITAG | 21. NOVEMBER | 19.30 UHR | FPC, ULMENSTR. 20, 60325 FRANKFURT

ZU GAST
Kira Geiss (Gründerin der EASTSIDE. Jugendgemeinde)
Timo Pape (Gründer des Nachrichtenportals e-Formel.de.)
Jacob Queißner (Gründer des Lokalmagazins Gerda)

MODERATION
Sarah Maxen (Geschäftsführerin von Netzwerk Journalismus)

Clubabend Startup-Storys: Leidenschaft, Netzwerk und die 80-Prozent-Regel

Beim Clubabend des FPC am 21. November, der in Kooperation mit dem Netzwerk Journalismus stattfand, diskutierten die Teilnehmenden sehr lebhaft über die Themen Gründen und Startups im Journalismus. Das Format richtete sich vor allem an junge Journalist:innen und Medienschaffende. Ziel war es, den Austausch unter den Teilnehmenden zu fördern und Nachwuchskräfte beim Einstieg in die Medienbranche zu unterstützen.

Die Moderation übernahm Sarah Maxen, Geschäftsführerin von Netzwerk Journalismus und Nachrichtenredakteurin bei Hitradio FFH. Nina Mülhens (FPC-Vorstandsmitglied) wies bereits zu Beginn darauf hin, dass das Gründen eine fortwährende Herausforderung sei, bei der man nie aufhöre zu lernen.

Masterplan vs. Machen: Drei Wege zum Erfolg

Die Podiumsgäste hatten drei sehr unterschiedliche Ansätze verfolgt: Jakob Queißner, Timo Pape und Kira Geiss vertraten ihre jeweils eigene Gründungsphilosophie. Während Jacob seinen Weg mit der Haltung „mal schauen, was passiert“ beschrieb, setzten Kira und Timo eher auf eine Mischung aus strukturierter Planung und kreativer Offenheit.

Jacob Queißner: Lokaler Journalismus als Herzenssache

Jacob, freier Journalist und Fotograf, hat im März 2024 das Lokalmagazin Gerda in Gera geründet, um damit eine Lücke in der lokalen Presselandschaft zu schließen. Er hatte beobachtet, dass etablierte Medien politische Themen, insbesondere rechtsextreme Demonstrationen und Gegenproteste, oft nicht ausreichend einordneten. Gerda betreibt Queißner nahezu im Alleingang, da er das Projekt primär über seine Arbeit als freier Journalist finanziert. Lokaler Journalismus, so der Gründer, erfordere, „rund um die Uhr im Dienst“ zu sein, um keine Geschichte zu verpassen.

Timo Pape: Wachstum in der Nische

Timo Pape, Absolvent des Netzwerk Journalismus, gründete vor elf Jahren das Portal e-formel.de, um seine Leidenschaft für den E-Motorsport zu verfolgen. Durch das wachsende Interesse der Automobilindustrie an nachhaltigem Motorsport gewann die Seite schnell an Leser:innen und Sponsoren. Heute verzeichnet e-formel.de über 400.000 Seitenaufrufe pro Monat. Trotzdem arbeitet Timo parallel in einer Festanstellung, weil die Motorsport-Berichterstattung stark saisonabhängig ist. Außerdem fallen hohe Reisekosten an, wenn er von Weltmeisterschaften wie in Tokio oder São Paulo berichtet. Oft würden solche Reisen durch Sponsoren ermöglicht, was in der Berichterstattung auf dem Portal dann auch transparent kommuniziert würde.

Kira Geiss: Personal Brand und die junge Generation

Kira Geiss, die aktuell eine Ausbildung zur Multimedialen Journalistin im Evangelischen Medienhaus in Stuttgart absolviert, verbindet ihre Rolle als Miss Germany 2023 mit ihrem Engagement für die Jugend. Als Gründerin der Jugendgemeinde Eastside. setzt sie sich dafür ein, jungen Menschen digitale und analoge Angebote zu bieten. Die Miss-Germany-Plattform habe sich zu einem Forum für „Female Empowerment“ entwickelt, wo Inhalte wichtiger sind als Äußerlichkeiten. Sie empfahl den Teilnehmenden dringend, einen prägnanten 50-Sekunden-Pitch zu entwickeln, in dem klar zum Ausdruck komme, wofür das eigene Herz brennt.

Wichtige Learnings für Gründer:innen

Zum Abschluss gaben die Podiumsteilnehmenden den mehr als 60 Gästen zentrale Learnings mit auf den Weg. Einig waren sie sich darin, dass Gründen kein Einzelkampf sei: ein verlässliches Netzwerk und ein Team mit einer gemeinsamen Vision sind entscheidend für den langfristigen Erfolg. Gleichzeitig brauche es Geduld, denn der Aufbau einer Marke und nachhaltiges Wachstum lassen sich nicht erzwingen, sondern erfordern Zeit und kontinuierliches Investment. Hilfreich sei zudem, die eigenen Ansprüche realistisch zu halten. Nach dem Pareto-Prinzip reichten oftmals 80 Prozent aus – die letzten 20 Prozent Perfektion würden unverhältnismäßig viel Zeit kosten, ohne einen großen Unterschied zu machen. Wichtig sei ein breites Skillset: Neben journalistischem Handwerk sollten Medienschaffende auch kommunikative und strategische Kompetenzen entwickeln, um ihre Projekte erfolgreich voranzubringen.

Im Anschluss an die Podiumsdiskussion setzten die Gäste in lockerer Runde die spannenden Gespräche und das Networking bis spät in den Abend fort.

Das Video des Clubabends

In Kooperation mit dem Netzwerk Journalismus e.V.

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