Community-Journalismus für Flüchtlinge aus der Ukraine – AMAL, Frankfurt!

22. FEBRUAR | 19.30 UHR | IM FPC, ULMENSTR. 20, 60325 FRANKFURT UND ALS LIVESTREAM AUF YOUTUBE

ZU GAST
Ronnie Darwish (Video-Produktionen und Social-Mediabei AMAL)
Julia Gerlach (Gründerin und Projektleiterin von AMAL)
Parwiz Rahimi (Text- und Videoredakteur bei AMAL)
Tamriko Shoshyashvili (Journalistin, Autorin und Dozentin)

MODERATION
Jana Sauer (Präsidentin des FPC)

Die Brückenbauer

Das multinationale Medienprojekt AMAL fördert die Integration

Als einen Beitrag zur Integration ihrer Landsleute sehen die Redakteurinnen und Redakteure der mehrsprachigen Online-Zeitung AMAL ihre Arbeit an. Ihr Motto lautet: Nur wer weiß, was passiert, kann sich beteiligen und mitreden. Amal wurde 2016 in Berlin gegründet, hat 2019 eine Redaktion in Hamburg aufgebaut und arbeitet seit 2022 auch in Frankfurt. Mehrere Mitglieder des Teams waren auf einem Clubabend des FPC zu Gast und haben über ihre eigene Biografie und ihre Erfahrungen gesprochen. Parwiz Rahimi kommt aus Afghanistan und hatte dort eine eigene Radiosendung und lebt seit 2015 in Deutschland. Da er auch Fotograf ist, hatte er zahlreiche Ausstellungen und über sein breites Kontaktnetz ist er schließlich zu AMAL gestoßen. Er schilderte, wie heikel es ist über Themen wie Religion und Macht zu schreiben. Er müsste immer sehr darauf achten, niemanden zu verletzen. Tamriko Shoshyashvili ist halb Ukrainerin und halb Georgierin und mit beiden Sprachen und Kulturen aufgewachsen. Sie hatte schon immer das Lebensgefühl, Brücken zwischen Menschen bauen zu wollen. Mit Beginn des Kriegs ist sie aus der Ukraine geflohen und jetzt hat sich bei AMAL ein Traum erfüllt, mit Menschen unterschiedlicher Nationen zusammenarbeiten zu können. Sie berichtet, dass ihre Landsleute sich sehr darum bemühten, Deutschland zu verstehen und die Geschichte zu kennen. Die Redaktion versuche aber auch mit positiven Beispielen ihre Leser zu ermutigen, wie z.B. durch die Geschichte einer Logopädin, die trotz geringer Sprachkenntnisse ihren Beruf wieder ausüben kann. Ronnie Darwish ist 2015 mit dem Schlauchboot aus Aleppo gekommen und hat zunächst vier Jahre in Passau gelebt und dort die deutsche Sprache gelernt. Da es für ihn aussichtslos war, bei den deutschen Medien eine Anstellung zu finden hat er sich an AMAL gewandt und gehört seit sieben Monaten zu dem Team. Er beklagte, dass die Darstellung der Syrer in Deutschland häufig mit Klischees beladen und oft nicht fair sei. Die Gründerin und Projektleiterin Julia Gerlach erläuterte, dass natürlich viele Service-Themen publiziert würden, die es den jeweiligen Landsleuten erleichterten, sich zurecht zu finden. Aber häufig entstünden Geschichten auch aus Anregungen ihrer Leser. Moderatorin Jana Sauer wollte wissen, wie das Team denn sein Standing in der Medienlandschaft beurteile. Auf der einen Seite waren die Redakteurinnen und Redakteure darüber erfreut, dass ihre Artikel zum Teil auch in großen Medien wie Chrismon Niederschlag fänden, auf der anderen Seite wünschten sie sich noch mehr Kontakt zu der hiesigen Medienlandschaft. Die Gäste des FPC erlebten einen beeindruckenden Abend mit sehr engagierten Journalisten und einem beeindruckenden Projekt, das der FPC auch materiell erheblich unterstützt hat.

Aufzeichnung der Veranstaltung auf unserem YouTube-Kanal

Das Team von AMAL, Frankfurt!

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