175 Jahre Paulskirche: Frankfurt als Wiege der Pressefreiheit

15 MÄRZ | 19.30 UHR | IN PRÄSENZ IM FRANKFURTER PRESSECLUB, ULMENSTR. 20, 60325 FRANKFURT

ZU GAST
Simone Wagenhaus (Leiterin der Stadtredaktion – Frankfurter Neue Presse)

MODERATION
Michaela Schmehl (FPC-Vorstandsmitglied)

Die Pressefreiheit verteidigen

175 Jahre Paulskirchenversammlung / Simone Wagenhaus zu Gast

Pressefreiheit ist auch heute keine Selbstläufer – sie muss weiterhin von Journalisten und engagierten Bürgern verteidigt werden. Diese Schlussfolgerung hat Simone Wagenhaus, Leiterin der FNP-Stadtredaktion, auf dem Clubabend anlässlich des Paulskirchen-Jubiläums gezogen. Straftaten und Aggressionen gegen Journalistinnen und Journalisten nähmen deutlich zu. Allein im Vergangenen Jahr seien über dreihundert Straftaten gegen Berichterstatter registriert worden. Als Beispiel für die eigene Redaktion führte Wagenhaus den Beginn der Berichterstattung über die Machenschaften bei der AWO an. Aus Kreisen von SPD, Der Linken und der AWO sei nach den ersten Artikeln eine regelrechte Diffamierungskampagne gegen die Kolleginnen und Kollegen gelaufen. Die FNP hatte seinerzeit als erstes Medium den Skandal aufgedeckt. Wagenhaus zeigte sich überzeugt, bisher sei erst die Spitze des Eisbergs bekannt. Die Grenzen der Pressefreiheit zog Wagenhaus mit dem gesetzlichen Rahmen. Während nach ihrer Auffassung Schmähungen in journalistischen Texten nichts zu suchen hätten, gestand sie in dieser Hinsicht Karikaturen eine größere Freiheit zu. Zu Beginn des Abends rekurrierten Moderatorin Michaela Schmehl und Simona Wagenhaus auf die im März 1849 beschlossene Paulskirchenverfassung, die die Abschaffung der Zensur und die Pressefreiheit beinhaltete. Auch wenn die Paulskirchenverfassung nicht in Kraft getreten sei, so hätten doch ihre Ideen zu einem Aufschwung des Pressewesens geführt. Seinerzeit seien die Beschlüsse der Nationalversammlung durch Zeitungen, Flugblätter und mit Hilfe der Telegrafie auch in andere Städte verbreitet worden. Und auch die Bildung der Bevölkerung habe sich rasant entwickelt. So habe sei die Alphabetisierung innerhalb eines halben Jahrhunderts von zwanzig auf fünfzig Prozent der Bevölkerung gestiegen. Die Demokratisierung habe jedoch nur für die Hälfte der Gesellschaft gegolten, denn Frauen seien sowohl vom aktiven wie auch vom passiven Wahlrecht ausgeschlossen gewesen. In der Paulskirche habe es lediglich eine Damengalerie gegeben, von der aus Frauen die Diskussionen und Beschlüsse der Männer verfolgen konnten. Simone Wagenhaus war an diesem Abend zu Gast im Presseclub, da sie in der FNP eine Serie von wöchentlich erscheinenden Artikeln über Themen des Paulskirchen-Jubiläums konzipiert und umgesetzt hat. Als Pointe zum Schluss berichtete sie noch, ihr Anstellungsvertrag beinhalte den Passus, die FNP sei eine liberale Zeitung im Geiste der Paulskirche.

Aufzeichnung der Veranstaltung auf unserem YouTube-Kanal

Simone Wagenhaus
Michaela Schmehl
Foto © Barbara Walzer

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