FPC Hausbesuch bei der Deutschen Flugsicherung

21 APRIL 2022 | 18 UHR | DEUTSCHE FLUGSICHERUNG, AM DFS-CAMPUS, 63225 LANGEN

GASTGEBER
Arndt Schoenemann (CEO der DFS – Deutsche Flugsicherung)
Fabio Ramos (Leiter Unternehmenskommunikation der DFS)

Raumschiff Enterprise im Anflug

Hausbesuch des FPC bei der Deutschen Flugsicherung

Der Krieg Russlands gegen die Ukraine hat erhebliche Auswirkungen auf den Luftverkehr und die Arbeit der Deutschen Flugsicherung. Da große Teile des östlichen Luftraums für die zivile Luftfahrt geschlossen sind, müssen die Maschinen zu Überseezielen zum Teil weite Umwege fahren. Für Militärflüge wurden vier Korridore eingerichtet, die bei Bedarf für diese Sonderflüge freigehalten werden. Gegen Hackerangriffe ist das operative System ohnehin geschützt, da es vollkommen abgeschirmt keinerlei Verbindung zum Internet hat. Aufgrund der sich ständig veränderten Lage findet jeden Morgen eine Krisensitzung statt, um Informationen auszutauschen und Gefahrenpotentiale zu beurteilen. Das berichtete Arndt Schoenemann, der Vorsitzende der Geschäftsleitung während des Hausbesuchs des FPC in der Zentrale in Langen. Nach Angaben des CEO hat die Luftfahrt während der Corona-Epidemie ihre größte Krise seit dem Zweiten Weltkrieg durchgemacht. Die Zahl der Flüge sei in dieser Zeit drastisch gesunken und das habe zu einem Defizit im Haushalt der Flugsicherung geführt, da das Unternehmen sich aus den Gebühren für Starts, Landungen und Überflüge finanziert. Wie der Leiter der Unternehmenskommunikation, Fabio Ramos, erläuterte, hat die Flugsicherung während der Corona-Zeit keine Kurzarbeit eingeführt. Stattdessen wurde die verringerte Arbeitsleistung erfasst, um bei Vollbetrieb wieder nachgeholt zu werden. Auch mit ihrem ambitionierten Ausbildungsprogramm hat die Flugsicherung nicht kurzfristig auf die Krise reagiert. Vielmehr habe man sich weiterhin an einer gemittelten Wachstumsquote orientiert und aus den rund 6000 Bewerbungen 130 Aspiranten ausgewählt, die die drei- bis vierjährige Ausbildung dann durchlaufen. Auf Grenzen der Zunahme des Luftverkehrs angesprochen erläuterte Schoenemann, dass es in Europa noch Potential gebe, aber die großen Verkehrsknotenpunkte sich unter anderem nach Dubai und Doha verschoben hätten und dass inzwischen Länder wie China und Indien die größten Wachstumsraten hätten. Nach ausgiebigen Gesprächen mit Schoenemann und Ramos hatte die Besuchergruppe die Gelegenheit, den 360-Grad-Simulator zu besichtigen, an dem der Nachwuchs mit allen nur denkbaren Krisenfällen optisch konfrontiert wird, wie etwa ein Überflug des Flughafens in niedriger Höhe, Absprung von Fallschirmspringern und dem Auftauchen des Raumschiffs Enterprise. Abschließend gewährte das Unternehmen noch einen Blick von der Besucherterrasse in das Herz des Campus, den großen Raum der Fluglotsen. An Spitzentagen werden von hier aus bis zu 11.000 Flüge rund um die Uhr betreut. Die notwendig hohe Konzentration der Beschäftigten wird durch eine strikte Pausenregelung jeweils nach zwei Stunden Dienst unterstützt. Von den 6000 Angestellten der Flugsicherung arbeiten 2200 in der Zentrale in Langen. Der Besuch bei diesem wichtigen Zentrum für die Luftfahrt war so beeindruckend und die Warteliste der Interessenten so lang, dass der FPC einen weiteren Besuch – vielleicht im kommenden Jahr – anstrebt.

Arndt Schoenemann
Foto: Melanie Bauer
Fabio Ramos
Foto: DFS

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