Rückblick Clubabend Arabische Stimmen in der deutschen Medienszene - Flüchtlinge als Journalisten“

Unsere Gäste

(v.l.n.r): Carmen Colinas (Moderation), Hani Harb, Aref Gabeau, Nather Henafe Alali

Foto © Rainer Rüffer


Dem Journalismus wiesen die Podiumsteilnehmer unseres Clubabends „Arabische Stimmen in der deutschen Medienszene“ eine Schlüsselrolle zu, wenn es um praktische Hilfe für die Flüchtlinge gehe. Arabisch sprechende Journalisten informierten die Flüchtlinge über ihre Rechte, über Möglichkeiten zu arbeiten und über das gesellschaftliche Zusammenleben in der Bundesrepublik, beschrieben sie ihre Tätigkeit.

Besonders hervorgehoben wurde an dem Abend neben verschiedenen Medienprojekten die Zeitung Abwab, die sich als erste bundesweite Zeitung in arabischer Sprache mit einer Auflage von 70.000 Exemplaren an die Flüchtlinge wendet. Der Redakteur des arabischsprachigen Diensts der Deutschen Welle Aref Gabeau berichtete, dass sein Sender nicht nur im arabischen Raum eine wichtige Informationsquelle sei, sondern sich auch bei den hier lebenden Arabern großen Zuspruchs erfreue. Nather Henafe Alali, der auch Kolumnen im „Spiegel“ veröffentlicht, wies den Journalisten die Aufgabe von Brückenbauern zwischen den Flüchtlingen und der Gesellschaft zu. Hani Harb von Abwab sagte einen Wechsel in der Aufgabenstellung der Medien für Flüchtlinge voraus. In einigen Jahren werde es keine Flüchtlinge mehr geben, aber dann bräuchten die arabischen Bürger in Deutschland auch eine eigene Stimme, die diese Medien bilden könnten.

Ebenfalls eine Schlüsselrolle wiesen die Podiumsteilnehmer dem sogenannten Bürgerjournalismus im Kampf gegen Diktaturen zu. Deshalb seien auch Ausbildungsprojekte wie Kompaktschulungen für angehende Bürgerjournalisten von großer Bedeutung. Sein Selbstverständnis in Deutschland beschrieb Alali, es sei die Aufgabe der Journalisten, über Ereignisse zu berichten. Bei politischen Stellungnahmen hielten er und seine Kollegen sich jedoch zurück. Auch wenn die arabischen Journalisten die Freiheit hier sehr zu schätzen wüssten, gebe es für die meisten doch immer eine rote Linie, die sie nicht überschritten. Da spiele die Angst um Familienangehörige in den jeweiligen Ländern eine große Rolle.

Der Abend, der eine Koproduktion mit dem „Runden Tisch interkultureller Mediendialog Rhein-Main“ war, hat unter der Moderation von Carmen Colinas vom SWR viele Schlaglichter auf ein sehr facettenreiches Thema geworfen, das in Zukunft mit Sicherheit noch an Bedeutung gewinnen wird.

 

Text: mü

Fotos © Rainer Rüffer


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