Rückblick Hausbesuch beim Institut für Stadtgeschichte

Logo © Institut für Stadtgeschichte

Die Säulen der Stadt

Nahe des Willy-Brandt-Platzes wachsen derzeit stetig neue Bürotürme in den Himmel, Kräne hieven den Stahl in den kalten Winterhimmel. Doch sobald man den historischen Hauptsitz des Instituts für Stadtgeschichte betreten hat, der sich in einem ehemaligen Karmeliterkloster befindet, begibt man sich in eine Welt fernab des Jetzt.

Hinter einer unscheinbaren Tür führt eine Treppe in die Tiefe. Man geht einen abschüssigen Gang entlang, die unverputzten Wände und Rohre an den Wänden erinnern an einen Bunker, die Luft wird trockener, Aromen von Papier und Ledereinbänden nehmen zu. An den Trubel der Frankfurter Innenstadt erinnert hier unten nur hin und wieder das wahrnehmbare Rumpeln einer U-Bahn. Ansonsten Stille. Noch eine Wendeltreppe, dann stehen die Mitglieder des Frankfurter Presseclubs im Tiefenmagazin des Stadtarchivs und bekommen exklusiv einige historische Schätze vorgeführt.

Ein ungeklärter Diebstahl

Im Rahmen der Reihe „Hausbesuche“ erlebten die Besucher einen vielschichtigen Einblick in die Geschichte Frankfurts und der Region. So zeigte Dr. Michael Matthäus, Experte für Mittelalter und Frühe Neuzeit, unter anderem das Taufbuch mit dem Eintrag Johann Wolfgang von Goethes aus dem Jahr 1749. Allerdings: Der originale Eintrag wurde schon im Kaiserreich geklaut, im Jahr 1908 fiel Archivaren auf, dass jemand die Seite herausgetrennt hatte. Der Dieb wurde nie gefunden. Auf Grundlage einer Fotografie haben Fachleute den Eintrag deshalb in Anlehnung an das Original wieder eingefügt.

In tausenden Regalmetern bewahrt das Institut für Stadtgeschichte Unterlagen aus fast vergessenen Zeiten auf. Bis zurück ins 15. Jahrhundert bietet das Archiv weltliche und kirchliche Dokumente und Überlieferungen: Verträge, Senatsprotokolle, Nachweise einst geheimer Vorhaben, Schriftstücke zu Leibeigenschaft, Finanzen, Handel usw. Auch für jüngere Ereignisse oder Biografien ist die Einrichtung eine reiche Recherchequelle. So verwaltet sie beispielsweise den Nachlass des Chemikers und Nobelpreisträgers Otto Hahn.

Kostenloser Zugang für Journalisten

Journalisten erhalten kostenlosen Einblick und werden bei der Suche nach Dokumenten oder Fotos unterstützt. Unter anderem archivieren die Mitarbeiter Presseerzeugnisse zu den Oberbürgermeistern, zu wichtigen Ereignissen und Orten der Stadt. Von den Zeitungen FAZ, FR und FNP wird täglich eine Ausgabe in den Bestand aufgenommen – seit 1949. Wer die Entwicklung eines Stadtteils oder auch nur eines bestimmten Bauwerks nachvollziehen möchte, wird vermutlich in der Sammlung von 70.000 Karten, 2000 historischen Postkarten und ganzen 2,3 Millionen Bildern fündig.

Recherchieren muss man selbst, das Personal des Instituts unterstützt dabei. Jährlich erhält das Archiv 30.000 Anfragen. „Eine der größten Aufgaben derzeit ist die Digitalisierung der Bestände“, sagt Dr. Markus Häfner, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit. Ein Teil der digitalisierten Quellen ist bereits per Suchmaske zu finden.

Zum Abschluss gab Mittelalter-Experte Michael Matthäus noch eine Einführung in die beeindruckenden Wandgemälde des ehemaligen Klosters. So erlebten die Presseclub-Mitglieder diesen Hausbesuch als einen Gang durch mehrere Jahrhunderte sehr lebendiger Geschichte. Und vor dem Eingang bauen die Frankfurter bereits am nächsten Kapitel.

 

Links:

Institut für Stadtgeschichte: www.stadtgeschichte-ffm.de

Recherchetipps: www.stadtgeschichte-ffm.de/de/archivbesuch/archivnutzung/recherchetipps

Bestände: www.stadtgeschichte-ffm.de/de/archivbesuch/bestaendeuebersicht/alte-abteilung

Online-Datenbanken: www.stadtgeschichte-ffm.de/de/archivbesuch/datenbanken

Der Frankfurter Presseclub organisiert die Hausbesuche, um den Mitgliedern exklusive Einblicke in Unternehmen zu gewähren. Außerdem sollen die Teilnehmer die Möglichkeit haben, mit den Unternehmenskommunikatoren der jeweiligen Gastgeber ins Gespräch zu kommen.

 

Text: Felix Ehring

Fotos © Rainer Rüffer


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