Clubabend Pressefreiheit Rückblick

Gäste

Christian Mihr
Geschäftsführer Reporter ohne Grenzen

 


Luc Walpot
Studioleiter ZDF Studio Istanbul

Foto © ZDF / Carmen Sauerbrei


Moderation

Michaela Schmehl
FPC-Vorstandsmitglied

Foto © Barbara Walzer

Pressefreiheit weltweit - wie gefährlich ist die Arbeit für Journalisten?

Gleich zu Beginn des Abends stellte Luc Walpot, Leiter des ZDF Studios in Istanbul klar, dass es für ihn Arbeitsbedingungen gibt, mit denen er sich einfach abfinden muss: „Dass wir Journalisten hier in der Türkei abgehört werden, ist ganz normal. In den vergangenen Jahren hat sich unser Arbeitsalltag hier enorm verändert. Es gibt viele gesellschaftliche Themen, die praktisch tabu sind. Von Pressefreiheit kann man da nicht mehr reden.“

Auch Christian Mihr, Geschäftsführer von Reporter ohne Grenzen, schätzt die Situation für Journalisten in der Türkei als schwierig ein. „Die Räume für unabhängigen Journalismus in der Türkei werden immer enger. Mindestens zehn Journalisten sind dort aktuell inhaftiert.“

Was kann eine Organisation wie Reporter ohne Grenzen für Journalisten tun? Christian Mihr erklärt: „Wir sind laut! Und wir nerven! Allein das kann in vielen Fällen schon eine Wirkung haben. Wir organisieren Gespräche mit hochkarätigen Politikern und sprechen die Missstände dort an.“ Außerdem unterstützt Reporter ohne Grenzen ganz praktisch in Sachen Nothilfe. So gibt es Unterstützung bei den Prozesskosten und medizinische Unterstützung. Die weltweit agierende Organisation holt aber zum Beispiel auch Journalisten aus kritischen Gebieten zurück. „Leider gibt es immer noch Länder, in denen Journalisten auf der Flucht sind. Das gilt zum Beispiel für Syrien. Hier unterstützen wir ebenfalls“, erklärt Mihr.

Beim Clubabend ging es auch um die Pressefreiheit in Ländern außerhalb der Türkei, unter anderem um Russland. „Man könnte meinen, Russland ist das traurige Vorbild für die Türkei“, so Christian Mihr. „Die Medien dort sind gleichgeschaltet“. Dieses Bild bestätigt auch Luc Walpot für die Türkei. „Diese Gleichschaltung passiert entweder durch Selbstzensur oder aktiven Druck“, berichtet er.

Und wie sieht es mit der Pressefreiheit in Deutschland aus? „Wir sehen eine Zunahme der Gewalt gegen Journalisten“, berichtet Christian Mihr. „Die passiert vor allem im Umfeld von Legida und Pegida und ist ein sehr großes Problem für die Pressefreiheit.“ Aber nicht nur die Gewalt gegen Journalisten in Deutschland sieht Christian Mihr als Problem, sondern auch die schwindende Vielfalt in den Medien. „Es gibt zum Beispiel immer weniger Zeitungen. Das betrachten wir mit Sorge. Denn am Ende macht die Vielfalt von Haltungen und Positionen die Pressefreiheit aus.“

 

Fotos © Sabine Storm


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