Rückblick Gendergerechte Berichterstattung

Eine Kooperationsveranstaltung

des FPC mit dem

Zu Gast

Rebecca Beerheide
Beirätin von „genderleicht.de“ und von 2015 bis 2019 Vorsitzende des Journalistinnenbundes

Foto © Victoria Schilde

Christoph Schröder
Dozent für Literaturkritik an den Universitäten Frankfurt und Köln sowie freier Autor und Kritiker u. a. Zeit, Süddeutsche Zeitung, Deutschlandfunk Kultur und Journal Frankfurt

Foto © Jessica Schäfer


Moderation

Ronja Merkel
Chefredakteurin Journal Frankfurt und FPC Vorstandsmitglied

Foto © Barbara Walzer

Wir sind in der Experimentierphase

Clubabend über das Gendern in der Sprache


„Wenn es anschließend über diesen Abend hieße, die Teilnehmer hätten sich über die anregende Diskussion gefreut, dann fände ich das sehr befremdlich.“ Damit zielte Rebecca Beerheide, bis 2019 Vorsitzende des Journalistinnenbundes, darauf ab, dass die Sprache die Realität widerspiegeln muss. Denn unter den knapp 60 Teilnehmerinnen des Clubabends gab es nur wenige Männer. Ihr geht es bei dem Gendern jedoch nicht nur um die Sprache. Vielmehr müssten die Autorinnen und Autoren schon bei der Themensuche und der Recherche ansetzen und sich gezielt Gedanken darüber machen, wie sie die Vielfalt der Gesellschaft in ihren Artikeln darstellen. Christoph Schröder, Dozent für Literaturkritik und freier Autor, machte gleich zu Beginn klar, dass er als Mann auf dem Podium nicht die Rolle des chauvinistischen Trolls einnehmen werde. Gendergerechte Sprache sei nicht absurd, allerdings gäbe es bei neuen Systemen immer auch einige „Abers“. Gendergerechte Sprache sei einfach hässlich und manchmal auch irreführend. Der Gebrauch des Partizips sei inhaltlich bisweilen verfälschend. So sei zum Beispiel nicht jeder Student auch ein Studierender. Ebenfalls eine Veränderung der Aussage bedeute der Vorschlag eines Leitfadens zum Gendern in der Sprache, der das Dozentenzimmer in Teeraum umbenennen möchte. Rebecca Beerheide beschrieb den Stand der Diskussion um das Thema als Experimentierphase, in der die Journalistinnen und Journalisten und auch die Redaktionen über das Thema nachdenken müssten und jeder persönlich aber seinen Weg finden müsse. Manche Lösungsvorschläge, wie der Genderstern, seien nicht praktikabel, da er nicht barrierefrei sei. Auch seien sich Gruppen, die sich weder dem männlichen noch dem weiblichen Geschlecht zugehörig fühlen, nicht sicher, wie sie angesprochen werden wollten. Schröder verwahrte sich gegen den Vorschlag, das Wort „man“ durch das Wort „ich“ zu ersetzen. „Ich“ sei in vielen Journalistischen Gattungen eher ein Tabu-Wort. Eine Teilnehmerin wandte sich gegen die Empörung über das Wort „man“. Dies habe außer dem Klang mit dem Wort „Mann“ nichts gemeinsam. Vielmehr komme es aus dem Englischen und bedeute Mensch oder ein beliebiger Mensch. Auch sie sprach sich für einen kreativen Umgang mit der Sprache aus, für den Verzicht auf viele unnötige Substantive und den vermehrten Einsatz von Verben. Moderatorin Ronja Merkel sah die Möglichkeit einer Überforderung der Leser/innen durch die verschiedenen Formen einer gleichberechtigenden Sprache. Schröder hielt das für einen zu starken Begriff, allerdings sei es irritierend, wenn es kein einheitliches System gebe. Doch davon ist der Wandel in der Sprache noch weit entfernt. Die Gäste diskutierten die vielen Anregungen des Podiumsgesprächs noch sehr lebhaft weiter. Wobei weitgehend Einigkeit bestand, dass es keine Patentrezepte für den sensiblen Umgang mit Sprache gebe, dieser aber ein ständiges reflektieren erfordere.


Text: mü

Fotos © Rainer Rüffer


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