Rückblick Hausbesuch im Haus des Buches

Foto © Rainer Rüffer, Layout: Julio Klappich

Der FPC zu Besuch bei der Börsenvereinsgruppe

Die Fakten sind hart. Laut einer Studie, die der Börsenverein in Auftrag gegeben hat, reduzierten sich die Buchkäufer in der Zeitspanne von 2013 bis 2017 um 17 Prozent, also 6 Millionen Buchkäufer gingen verloren. Das bedeutet, seit sehr langer Zeit haben wir zum ersten Mal die Situation, dass die Buchkäufer mit 44 Prozent eine Minderheit in diesem Lande ausmachen. Die Gründe für diesen Trend sind laut Thomas Koch, dem Leiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Börsenvereins vielfältig, unter anderem Stress im Beruf, die hohe Aufmerksamkeit der Menschen für die vielen elektronischen Kommunikationskanäle und nicht zuletzt sind in Kneipen und in Freundesrunden die Filmserien von Fernsehanstalten und internationalen Konzernen häufiger Gesprächsgegenstand als das Buch. Eine große Herausforderung für die gesamte Branche.

Die Börsenvereinsgruppe versucht dieser Entwicklung mit einem großen Fächer von Maßnahmen entgegenzusteuern. Eine große Rolle spielen dabei Kooperationen mit Schulen, um die jungen Menschen nicht schon auf nimmer Widersehen an Facebook, Instagram, Spotify und Co. zu verlieren. An dem jährlich organisierten Vorlesewettbewerb nehmen über 600.000 Schüler teil. Aber auch kleiner Maßnahmen sollen schon helfen, wie die Kooperation mit einer Fluggesellschaft, dass es mit dem Aufkleber „Bücher an Bord“ ein zusätzliche Kilogramm Freigepäck gibt.

Neben solchen Werbemaßnahmen leistet die Tochtergesellschaft MVB im Hintergrund eine gewaltige Unterstützungsarbeit für die Logistik des Buchhandels. Zentrales Großprojekt ist nach den Worten von Markus Fertig, dem Leiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit von MVB, die ständige Verbesserung des elektronischen Verzeichnisses Lieferbarer Bücher (VLB) und der daran angeschlossenen Dienstleistungen, vor allem unter dem Gesichtspunkt, dass jedes der 2,5 Millionen deutschen Bücher von Händlern und Kunden mit möglichst wenig Angaben schnell gefunden werden kann. Die Technologie des VLB ist inzwischen auch ein Exportartikel zur Refinanzierung und zur Unterstützung des Buchhandels in anderen Ländern. Julia Lotz vom Mediacampus Frankfurt gab einen Einblick, wie sich die Ausbildungsangebote dem dynamischen Wandel der Branche anpassen.

Kathrin Grün, Leiterin der Kommunikation der Frankfurter Buchmesse, rundete den Abend ab mit einem Ausblick auf das bevorstehende Großereignis. Mit 7300 Ausstellern aus 102 Ländern und 180.000 Fachbesuchern hält die Messe immer noch den absoluten Spitzenplatz weltweit. Allein rund 65 Prozent der Aussteller kommen aus dem Ausland. Die Frankfurter Buchmesse, die nach dem Krieg im Jahr 1948 zunächst als sehr kleine Messe in der Paulskirche startete, feiert dieses Jahr ihren 70. Geburtstag und hat sich dieses Mal als Motto gegeben „on the same page“, mit dem sie auf die Verabschiedung der Menschenrechtskonventionen vor 70 Jahren aufmerksam machen will. Denn Meinungsfreiheit und die Freiheit des Publizierens stehen bei dergesamten Börsenvereinsgruppe ganz oben auf der politischen Agenda. Den Gastgebern gebührt großer Dank, dass sie in der Hektik kurz vor Beginn der Buchmesse den FPC-Mitgliedern noch solche Einblicke in ihre Arbeit gegeben haben.

 

Text: mü

Fotos © Rainer Rüffer

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